Groß gegen Klein: Nutzfahrzeuge gegen Pkw

Lang-LKW – auch Gigaliner oder Euro Combi genannt – sollen nach dem Willen des Verkehrsministeriums testweise in mehreren Bundesländern zugelassen sein. Doch die Frage nach Nutzen oder Schaden durch die großen Laster ist noch nicht abschließend geklärt. Die Gegner der 44 bis 60 t schweren fürchten einen schnelleren Verschleiß der Autobahnen sowie Schwierigkeiten bei Überholmanövern, auf Parkplätzen – und besonders gravierende Auswirkungen bei Unfällen.
Die Befürworter dagegen betonen: weil Riesen-Lkw über mehr Achsen als herkömmliche verfügen,  verteile sich das Gewicht auf mehr Räder. Dadurch würden die langen Laster die Autobahnen also sogar weniger belasten als normale LKW.

  • Foto Verladung eines Gigaliners auf einen Zug
  • Foto Gigaliner

Dass der Straßenraum heiß umkämpft ist, wird deutlich an der teils heftigen Diskussion über die Zulassung extra-langen Lkw zum Gütertransport. Hier stehen sich scheinbar unversöhnlich Pkw- und Brummi-Fahrer gegenüber. Um zwischen diesen Gruppen zu vermitteln, müssen Politik und Verkehrsministerium schon beinahe ein salomonisches Urteil fällen – oder auf eine europäische Entscheidung warten...

Nachdem anfangs (seit 2006) die Versuche mit extra-langen Lastzügen auf eine Länge von 25,25 m und eine zulässige Gesamtmasse von 44 t beschränkt wurden, denkt man bei Herstellern wie Krone (www.nutzfahrzeuge.krone.de) und im Verkehrsministerium nach einer Pressemitteilung des ARCD offenbar über eine Erweiterung der großen Größen nach. Im Gespräch sei demnach eine Höchst-Länge von 26,50 m bei einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 60 t.

Der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) e.V. rechnet vor:

  • Zwei 60-Tonnen-Lkw neuen Typs könnten drei herkömmliche 40-Tonner ersetzen.
  • Das spart 20 Prozent Sprit je transportierte Tonne.
  • Die Schadstoffemission um ebenfalls 20 Prozent gesenkt werden.

Außerdem schlussfolgert der Verband weiter - würden aus drei nun zwei Lkw: Lastzugkombinationen mit 25,25 Meter Länge und 60 Tonnen Gesamtgewicht verringern demnach den Bedarf an Verkehrsfläche um etwa 25 Prozent  und helfen auf diese Art, Staus und CO2-Emissionnen zu verringern sowie Transportunternehmen zu stärken und auf ein prognostiziertes Güterverkehrswachstum vorzubereiten. (→ www.euro-combi.de)

 

  • Foto Gigaliner auf einem Parkplatz
  • Foto zwei Gigaliner auf einem Parkplatz

Dem entgegen steht ein ungewohntes Bündnis aus Vertretern des Bahnverkehrs (www.allianz-pro-schiene.de), die mehr Gütertransport auf die Schiene verlagern wollen, und Vertretern des Individualverkehrs, die mehr Straße und mehr Sicherheit für Autos wollen. So zitiert der ACE (www.ace-online.de) eine Untersuchung der Allianz pro Schiene, nach der 73 Prozent der Bundesbürger gegen die Zulassung solcher Ladungsriesen sind. Als wichtigster Grund für die ablehnende Haltung der Befragten wird das hohe Unfallrisiko angeführt, das die Fahrzeuge für alle Verkehrsteilnehmer darstellen. Der ADAC (www.adac.de) hält es für problematisch, wenn so ein Koloss einen Ortskern anfährt und sich Gigaliner z.B. durch einen Kreisverkehr zwängen oder einen passenden Parkplatz finden müssen. Aus Gründen der Verkehrssicherheit weist der ARCD (www.arcd.de) darauf hin, dass sich die Megatrucks außerdem nachteilig auf die Straßeninfrastruktur auswirken, vor allem durch Verschleiß und Abnutzung von Straßenbelag und die Mehrbelastung auf Brücken. Allein in Deutschland könnte die Verstärkung der Brücken Mehrkosten von 4 bis 8 Mrd. Euro verursachen, zitiert der Club eine niederländische Studie zum Thema. Deutschland habe einfach nicht die gleichen Voraussetzungen wie etwa Schweden oder Norwegen, wo die Großlaster schon seit längerer Zeit regulär eingesetzt werden, betonen die Automobilclubs.

Für die Fahrausbildung oder die Weiterbildung von Berufskraftfahrern ändert sich zwar vorerst nichts: Wir halten Sie aber auf dem Laufenden, falls Sie für die Schulung auf Giga-Linern vorbereiten und entsprechend aus- oder umrüsten müssen.

 

Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Berufskraftfahrer

Während noch darüber diskutiert wird, ob und in welchem Rahmen die Fahrzeuggröße überhaupt verändert werden darf, ist eine Veränderung im Güterkraftverkehr längst angekommen: Die europaweit vorgeschriebenen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Berufskraftfahrer. Wer in diesem Bereich qualitativ und inhaltlich am Ball bleiben will, findet im DEGENER-Verlag einen zuverlässigen Partner.

[Mehr zu den DEGENER-Weiterbildungs-Paketen]