Neues Jahr. Neues Glück?

Neues Jahr. Neues Glück? – Damit müssen Sie rechnen

© BMVI. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bmvi.de/LangLkw

© BMVI. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bmvi.de/LangLkw

Laut Bundesverkehrsminister Dobrindt „sollen die derzeitig 159 Lang-Lkw weiterhin auf dem freigegebenen Streckennetz unterwegs sein. Zurzeit dürfen etwa 60 Prozent des Autobahnnetzes von überlangen Trucks befahren werden. Nachdem auch Rheinland-Pfalz seine Vorbehalte aufgegeben hat, sind Berlin und das Saarland die einzigen Bundesländer, in denen die sogenannten Gigaliner nicht fahren dürfen“, berichtet Auto Club Europa (ACE) auf seiner Webseite zu den verkehrsrechtlichen Neuerungen ab 2017.

Dabei setzt der Minister auf Erweiterung – auch mit Blick auf Europa: „Das Positivnetz kann – wie in der Vergangenheit auch – vom BMVI aktualisiert und erweitert werden. Die Bundesländer prüfen dazu kontinuierlich Strecken auf Eignung. Zurzeit hat das Positivnetz eine Länge von fast 11.600 Kilometern. […] Minister Dobrindt befürwortet einen grenzüberschreitenden Verkehr von Lang-Lkw auf der Grundlage bilateraler Abkommen und unter Beachtung der für Deutschland geltenden Rechtsanforderungen“, heißt es auf den Internetseiten des Ministeriums. Gemeint sind z. B. die Gewichtsbeschränkungen: Auch Lang-Lkw dürfen 40 t bzw. 44 t Gesamtmasse im Kombinierten Verkehr nicht überschreiten. Allerdings soll es zwei Ausnahmen geben: Der „sogenannte verlängerte Sattelauflieger (Sattelkraftfahrzeug bis zu einer Gesamtlänge von 17,80 Metern) darf zunächst für weitere sieben Jahre“ und „Lang-Lkw vom sogenannten Typ 2 (Sattelkraftfahrzeug mit Zentralachsanhänger bis zu einer Gesamtlänge von 25,25 Metern) dürfen befristet für ein weiteres Jahr eingesetzt werden, um weitere Informationen zu erhalten“ (siehe BMVI-Tabelle).

Weitere Infos über Änderungen zu den Themen Klimaanlagen, Euro 4 für Motorräder, zum Wegfall des Leistungslimits für Quads, zur Tesla Ankündigung, Ladestrom für Neukunden kostenpflichtig zu machen, zum kostenlosen WLAN im ICE und weitere Infos hat der ACE in einer Übersicht aufbereitet. Neuerungen in der StVO zu Rettungsgasse, radfahrenden Kindern und Eltern auf dem Gehweg sowie Rollstuhlplätzen und Rückhaltesystemen lesen Sie in der neuen DEGENER StVO-Broschüre, die Anfang 2017 erhältlich ist …

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Prüfungsfahrzeuge: Übergangsfristen enden im Januar

Prüfungsfahrzeuge: Übergangsfristen enden im Januar

Zero Motorcycles

ZERO S ZF13.0 (11 KW):Reichweite Stadt: 259 km, Autobahn (89 km/h) 158 km; Leistung: 15 PS (11kW); Höchstgeschwindigkeit (max) 139 km/h; Leergewicht 185 kg; Führerscheinklasse A1 | E-Motorrad ©2016 Copyright Zero Motorcycles

Manche Dinge ändern sich fast unbemerkt, manche Änderungen lassen soviel Zeit zur Umstellung, dass sie schon wieder komplett in Vergessenheit geraten und überhaupt nicht mehr umgesetzt werden. Daher weist der Niedersächsische Fahrlehrerverband (siehe unten) derzeit noch einmal besonders auf die Änderungen hin, die zwar schon seit Inkrafttreten der sogenannten 3. Führerscheinrichtlinie 2013 gelten – aber nach mehrjähriger Übergangsregelung möglicherweise aus dem Bewusstsein geraten sein könnten. Neben der Fahrerlaubnisklasse BE (siehe E-Mail-Newsletter) sind auch Zweiradklassen betroffen.

Wer bis zur kommenden Saison umsteigen will, könnte die Gelegenheit gleich dazu nutzen, die Ausbildung zumindest teilweise auf Elektro-Fahrzeuge umzustellen. Gerade im Zweirad-Bereich stehen inzwischen neben benzinbetriebenen Maschinen inzwischen auch Elektro-Antriebe zur Verfügung.

Für Klasse A1 gilt:

klasse_a1

Für Klasse A2 gilt:

klasse_a2

Zero Motorcycles

ZERO DS ZF13.0 : Reichweite Stadt: 237 km, Autobahn (89 km/h) 142 km; Leistung: 28 PS (21kW); Höchstgeschwindigkeit (max) 158 km/h; Leergewicht 187 kg; Führerscheinklasse A2 | E-Motorrad ©2016 Copyright Zero Motorcycles

Außerdem gilt auch für Ausbildungs- und Prüfungsfahrzeuge der Klasse A eine Übergangsfrist. Da diese aber noch bis zum Januar 2018 läuft, weisen wir später noch einmal gesondert darauf hin. Unterdessen berichtet der Niedersächsische Fahrlehrerverband, dass „die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände das Bundesverkehrsministerium zu einer Initiative in Europa veranlasst hat, die Hubraumvorgaben ganz aus den Leistungsbeschreibungen der Krafträder zu streichen. Sobald dazu eine abschließende Entscheidung gefallen ist, werden wir Sie darüber informieren“, so der Fahrlehrerverband Niedersachsen.

Mehr Elektro-Motorräder: Zero Motorcycles

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Fahrerassistenzsysteme und autonomes Fahren im Fahrschulunterricht

Fahrerassistenzsysteme und autonomes Fahren im Fahrschulunterricht

Wenn Assistenzsysteme zunehmend zur Standard-Ausrüstung von Fahrzeugen werden, ist es geboten, sie von Anfang an in die Ausbildung der heutigen Fahrschüler mit einzubeziehen. Das bedeutet einerseits, dass von modernen Fahrschulfahrzeugen in Zukunft eine Mindestausstattung an Assistenzsystemen erwartet werden könnte, andererseits müsste der korrekte Einsatz dieser Systeme auch Teil der Fahrprüfung werden, da sie zu den Bedienungseinrichtungen der Fahrzeuge gehören. Und mit diesen müssen die Fahrschüler laut Prüfungsrichtlinie vertraut sein.

Ein Problem, das sich dabei aus der ständigen Weiterentwicklung der Systeme ergibt, wurde in Workshop III auf dem diesjährigen Fahrlehrerkongress in Berlin an einem Beispiel diskutiert: Ein Fahrlehrer ist mit den Assistenzsystemen seines Autos vertraut und hat seinen Fahrschüler im Umgang damit ausgebildet. Bei der letzten Inspektion wurde aber ein Update für dieses Fahrzeug installiert – und einige Funktionen haben sich geändert: Bisher schaltete der Tempomat ab, wenn eines der drei Pedale durchgetreten wurde (auch die Kupplung während eines Schaltvorganges!). Nach dem Update kann gekuppelt und geschaltet werden, ohne dass sich der Tempomat abschaltet! Diese „neue“ Funktion wurde an den Fahrer aber nicht weitergegeben! Hat der Prüfling diese „neue“ Funktion in der Prüfung und weiß nicht, wie er sie bedienen soll, kann er während der Fahrt dadurch abgelenkt werden und sogar die Prüfungsfahrt nicht bestehen! Oder wie soll es der Prüfer bewerten, wenn sich der Fahrschüler „heimlich“ helfen lässt, z. B. durch eingeschalteten Abstandswarner oder Spurhalteassistenten? – Und: Ist es nicht gefährlich, das Aktivieren von Assistenzsysteme während der Fahrt vom – ohnehin angespannten – Prüfling zu verlangen, wenn schon erfahrene Fahrer damit Schwierigkeiten haben oder übermäßig vom Verkehr abgelenkt werden können?

Während das vollautomatisierte Fahren in Robo-Taxis aufgrund der dafür nötigen Synchronisation aller Autohersteller und Verkehrsteilnehmer sicher noch eine sehr lange Zeit keine wirkliche Bedrohung für den Berufsstand darstellen wird, sehen sich Fahrlehrer angesichts der zunehmenden Teil-Automatisierung des Fahrens einer neuen Herausforderung gegenüber, einem Wandel in der praktischen Fahrausbildung, der zunächst neuer, konkreter Regelungen bedarf, die z. B. in der Prüfungsrichtlinie festzulegen sind.

DiH (Redaktion)

VW-Fahrerassistenz-Systeme

Assistenzsysteme am Beispiel VW

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Höhere Bußgelder für Besserverdienende und Abgelenkte?

Höhere Bußgelder für Besserverdienende und Abgelenkte?

Ablenkung im Straßenverkehr

Beim Thema Ablenkung immer ganz vorn: Handys bzw. Mobiltelefone. © DEGENER

Bußgelder im Straßenverkehr sind ein Thema, zu dem es viele Meinungen gibt. Die Einen fühlen sich ungerecht behandelt, wenn ihnen ein Blitzerlicht entgegenleuchtet und ein Bußgeldbescheid ins Haus weht. Anderen sind die Beträge viel zu gering um abzuschrecken. Gerade hat sich das Land Niedersachsen mit einer Bundesratsinitiative für „einkommensabhängige Bußgelder“ stark gemacht. Vorbild sei das Tagessatzsystem im Strafrecht, das sich an einer sozialen Staffelung orientiert.

Doch neben der künftigen Anpassung der bisher pauschalen Bußgeldbeträge an die Nettoeinkommen schlagen die Niedersachsen auch eine „deutliche Erhöhung der Geldbußen bei massiven Geschwindigkeitsverstößen und in den Bereichen Abstand, Überholen und Bilden einer Rettungsgasse sowie bei einem Verstoß gegen sonstige Pflichten von Fahrzeugführenden gemäß § 23 StVO“ vor. Offensichtlich maßgeblich unter dem Eindruck der zahlreichen verheerenden Unfälle auf den niedersächsischen Autobahnabschnitten.

So berichtet Die Hannoversche Allgemeine Zeitung bereits im April: „Wie gefährlich die Ost-West-Verbindung in der Region Hannover ist, zeigt auch die Zahl der Toten und Verletzten: Neun Menschen starben im vergangenen Jahr auf der A2, 23 Menschen wurden schwer verletzt. Im Vorjahr verzeichnete die Statistik zehn Tote und sogar 53 Schwerverletzte“, und weiter: „Grund für die schweren Unfälle sind aber nicht allein die Staus. Die Polizei nennt immer wieder auch zu hohe Geschwindigkeiten, abgelenkte Fahrer und zu geringen Sicherheitsabstand“ (HAZ, Mittwoch, 13.04.2016). Geplant ist daher zusätzlich „eine automatische Verdoppelung der Bußgelder, wenn von der Handlung eine besondere Gefahr ausgeht (z. B. Geschwindigkeitsüberschreitung innerhalb einer Baustelle)“. Ob die Initiative wirklich dazu führt, dass den Autofahrern in Deutschland ein radikaler Umbau des bisherigen Bußgeldsystems bevorsteht, bleibt abzuwarten. Die Entschließung wurde am 4. November vorgestellt und in den Verkehrs-, den Innen- und den Rechtsausschuss überwiesen. Sobald alle Fachausschüsse ihre Beratungen beendet haben, entscheidet das Plenum.

DiH (Redaktion)

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Ohne Stress zum Kongress

Ohne Stress zum Kongress –

nach den Informationen zu den Innovationen

simdrive auf dem Fahrlehrerkongress

Der simdrive 360° – das Highlight 2014: Wofür wird sich in diesem Jahr der Vorhang heben …? © DEGENER

Der von der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände in Zusammenarbeit mit der Redaktion und dem Verlag der Verbandszeitschrift „Fahrschule“ vorbereitete Fahrlehrerkongress in Berlin wird in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal durchgeführt. Sowohl die Workshops und Vorträge als auch die große, messeartig angelegte Fachausstellung haben ihre Bedeutung für inhaltliche und praktische Branchentrends längst gefestigt.

Im zweijährlichen Rhythmus werden hier nicht nur die aktuellen Diskussionen zusammengeführt, die die Fahrlehrerschaft bundesweit bewegen, sondern auch Aussteller aus allen Bereichen zusammengerufen, die hier ihre neuesten Entwicklungen vor großer Kulisse präsentieren können, nach dem Motto: Information und Innovation. In diesem Jahr laden laut Veranstalter „hochkarätige Redner die Teilnehmer dazu ein, über den Tellerrand hinauszuschauen“. Einige von ihnen beteiligen sich direkt an den Workshops, I ‐ „Berufskraftfahrer: Aus‐ und Weiterbildung“, II ‐ „Reform des Fahrlehrerrechts“ und III – „Fahrerassistenzsysteme“. Obendrein sollen sie der aus allen Bundesländern angereisten Fahrlehrerschaft „nicht nur wertvolle Informationen, sondern auch beste Unterhaltung bieten. Gerhard von Bressensdorf, Jutta Kleinschmidt, René Borbonus, Daniela A. Ben Said, Ralph Goldschmidt und Birthe Finkendey stehen auf der Rednerliste. Staatssekretär Michael Odenwald wird den Bundesverkehrsminister vertreten und über die Reform des Fahrlehrerrechts sprechen.“ *

Nach der inhaltlichen Arbeit in Workshops und Vorträgen geht es dann zur konkreten unternehmerischen Praxis über, wenn sich die rund 80 Aussteller mit ihren Produkten den mehr als 1000 erwarteten Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern stellen. Messegespräche und Messekonditionen liegen da in der Luft. Darüber hinaus noch eine große Verlosung mit interessanten Gewinnen aus allen Bereichen des Angebotes. So viel sei jetzt schon verraten: Auch DEGENER verlost nicht nur einen besonderen Preis für einen glücklichen Gewinner, sondern geht auch mit einem ganz besonderen Produkt an den Start, das exklusiv und erstmalig ab dem 11.11. der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Seien Sie dabei, wenn es am DEGENER Stand wieder heißt „Vorhang auf, die Show beginnt … !“

* Zum Programmablauf siehe hier

DiH (Redaktion)

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Kleine Schäden – großer Ärger

Kleine Schäden – großer Ärger

Ehrliche Schadensregulierung spart Ärger – und im Fall einer Anzeige auch Geld. © DEGENER

Ehrliche Schadensregulierung spart Ärger – und
im Fall einer Anzeige auch Geld. © DEGENER

„Jede Verkehrsteilnehmerin und jeder Verkehrsteilnehmer kann Opfer oder Geschädigter einer Verkehrsunfallflucht werden“, stellt die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Viersen auf ihrer Webseite fest: „Dass Unfallflucht auch bei Sachschadensunfällen keine Bagatelle ist, zeigt allein schon die Schadenshöhe, die heutzutage recht schnell einen hohen drei- oder vierstelligen Eurobetrag erreicht.

Dabei sind die Strafen für einen überführten Unfall-Flüchtigen oftmals weit höher als die Formalitäten oder die Höherstufung in der Versicherung. Denn wer erwischt wird, muss mit harten Konsequenzen rechnen. „Selbst bei kleinen Sachschäden an Bäumen, Leitplanken oder parkenden Fahrzeugen ist ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort eine Straftat“, warnt ACE-Verkehrsrechtsexperte Florian Wolf. Unfallflüchtige haben demnach – je nach Schwere der Tat – mit einer hohen Geldstrafe, Punkten in Flensburg, Fahrverbot und sogar Führerscheinentzug zu rechnen. Die Kaskoversicherung kann eine Leistung für Schäden am Fahrzeug des Täters ganz ablehnen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung entschädigt zwar das Unfallopfer, kann sich aber bis zu 10.000 Euro vom Unfallflüchtigen zurückholen.

Der ACE rät jedem Verkehrsteilnehmer, immer am Unfallort zu bleiben und sofort über Handy selbst die Polizei zu verständigen oder verständigen zu lassen. „Wer in der Nacht oder auf einer einsamen Landstraße einen Schaden verursacht, darf sich zwar nach einer angemessenen Zeit vom Unfallort entfernen, muss aber den Schaden sofort anzeigen“, erläutert ACE-Jurist Wolf. Ganz wichtig: Wer einmal unerlaubt die Unfallstelle verlassen hat, hat faktisch eine Unfallflucht begangen. Durch „tätige Reue“, d. h. eine Nachmeldung innerhalb von 24 Stunden, kann der Autofahrer lediglich eine Strafmilderung erreichen – und das auch nur bei einem kleineren Sachschaden. Bei Personenschäden erwartet den Verursacher, der sich nicht um die verletzte Person kümmert, zusätzlich noch ein Strafverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung. Gerade angesichts der hohen Strafen im Falle einer Ermittlung und Überführung als Unfallverursacher appelliert die Polizei Viersen: „Machen Sie sich nicht strafbar, sondern stellen Sie sich Ihrer Verantwortung! Auch Sie selbst wollen nach einem Unfall nicht auf Ihrem Schaden sitzen bleiben. Jeder kann einmal einen Fehler machen, im Zweifel wird Ihre Versicherung den entstandenen Schaden regulieren“.

DiH (Redaktion)

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Warum an grüner Ampel warten?

Warum an grüner Ampel warten?

© VW-Virtuelle Magnettafel / DEGENER

© VW-Virtuelle Magnettafel / DEGENER

Es ist einer dieser Fälle, in denen ein Fahrzeug erst in eine Kreuzung gelenkt, dann aber wegen Querverkehrs aufgehalten wird. Für gewöhnlich löst sich so ein „Knoten“ friedlich auf, gegebenenfalls unter Hup-Kommentaren, indem der steckengebliebene Nachzügler zuerst losrollt und dann der fließende Verkehr seine Fahrt wieder aufnimmt. In einem Fall ist es aber zu einem Unfall mit erheblichem Sachschaden gekommen, der in der zweiten Instanz vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm verhandelt wurde.

Unter der Überschrift „Nachzügler muss warten, wenn der Querverkehr schon länger Grün hat“ fasst der Pressesprecher des Gerichts den Sachverhalt zusammen: „Wer bei Grünlicht in eine Kreuzung einfährt und dann aufgrund eines Rückstaus den Kreuzungsbereich für längere Zeit nicht räumen kann, darf nicht blindlings auf seinen Status als bevorrechtigter “echter Nachzügler” vertrauen, sondern muss sich vergewissern, dass eine Kollision mit dem Querverkehr, der (erst) nach mehreren Sekunden Grünlicht für seine Fahrtrichtung in die Kreuzung einfährt, ausgeschlossen ist.“ Im Einzelnen heißt das: Fahrzeug A ist bei Grün in die Kreuzung eingefahren, dann aber aufgrund der Verkehrslage nicht sehr weit gekommen. Es kann als „echter Nachzügler angesehen werden, weil es 1. bei Grün gefahren ist und 2. „die Fluchtlinie der Kreuzung bereits überfahren hat,“ bevor es zum Stehen kam. Unter Fluchtlinie wird dabei die gedachte Verbindung der Gehwegkanten (in der Grafik orange gestrichelt) verstanden. Zwar darf ein „Nachzügler“ nach Auffassung des Gerichts die Kreuzung grundsätzlich „gegenüber dem Querverkehr bevorrechtigt räumen“, aber nur vorsichtig und „unter sorgfältiger Beachtung des einsetzenden Gegen- oder Querverkehrs“.

Im verhandelten Fall steht Fahrzeug A aber schon seit mindestens 40 Sekunden im Kreuzungsbereich. Zu diesem Zeitpunkt zeigt die Ampel in Fahrtrichtung von A bereits seit mindestens 23 Sekunden Rot, und für Fahrzeug B seit mindestens 19 Sekunden Grünlicht. Es kommt zu einem Zusammenstoß, als Fahrerin A plötzlich zügig losfährt, um die Kreuzung zu räumen, während Fahrer B die mit Grün freigegebene Kreuzung ungebremst durchfährt.

Das Urteil des OLG: Je länger sich ein „Nachzügler“ im Kreuzungsbereich aufhält, desto eher habe er mit einem Phasenwechsel und anfahrendem Querverkehr zu rechnen. Er müsse dann davon ausgehen, dass der übrige Verkehr aus seinem Verhalten schließen könnte, dass er nicht weiterfahren werde. Deswegen dürfe er nach einer längeren Verweildauer nur dann weiterfahren, wenn er sich vergewissert habe, dass eine Kollision mit dem Gegen- oder Querverkehr ausgeschlossen sei (Oberlandesgericht (OLG) Hamm, 7 U 22/16).

DiH (Redaktion)

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Weniger Plakette – mehr Elektroauto

Weniger Plakette – mehr Elektroauto

Elektromobilitaet

Elektromobilität als Stickstoffoxid-Killer. © DEGENER

Die Herbsttagung der Verkehrsminister der Länder, die Verkehrsministerkonferenz (VMK), hat sich zwar die Sicherung einer nachhaltigen, umweltfreundlichen Mobilität auf die Fahnen geschrieben, steht aber der Einführung einer neuen Schadstoffplakette mehrheitlich skeptisch gegenüber.

Statt kurzfristig alte Dieselautos auszusperren, gelte es, andere Maßnahmen zur Mobilitätssicherung bei gleichzeitiger Einhaltung der Immissionsgrenzwerte von Stickstoffoxid (NOX) in deutschen Städten zu finden. Zu diesem Zweck sollen laut VMK Bund und Länder „Strategien erarbeiten, die den geordneten Ausstieg aus der Nutzung fossiler Kraftstoffe – vor allem im PKW-Segment – unterstützen.“ Dabei sieht die VMK in alternativen Antrieben nicht nur großes Potenzial in der Verringerung schädlicher Abgase, sondern auch in einer Minderung der Lärmbelastung. Dazu zählen neben der zügigen Umsetzung der Ladesäulenverordnung die Förderung der Elektrifizierung von Busantrieben sowie Anreize für Taxiunternehmen und Car-Sharing-Betreiber für einen Umstieg auf alternative Antriebe.

Außerdem begrüßen die Verkehrsminister die Aktivitäten des Bundes, das automatisierte Fahren zeitnah zu ermöglichen. Aus ihrer Sicht können automatisiert und autonom fahrende Fahrzeuge in Zukunft nicht nur zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, sondern auch des Fahrkomforts und des Verkehrsflusses beitragen. Deshalb befürworten sie laut Abschluss-Pressemitteilung insbesondere das Bundesvorhaben, mehr als drei Testfelder auch im innerörtlichen Bereich einzurichten und die angestrebte Änderung des Übereinkommens vom 8. November 1968 über den Straßenverkehr („Wiener Übereinkommen“), um die Lenkung von Fahrzeugen durch automatisierte Systeme ohne Überwachung durch menschliche Fahrer zukünftig zu ermöglichen.

Damit bauen die Länderverkehrsminister offenbar langfristig auf eine Zukunft des automatisierten Fahrens. Von einer raschen Umsetzung scheinen sie aber nicht überzeugt, wie eine weitere Forderung an den Bund verdeutlicht: „Sie fordern vom Bund die Straßenverkehrsordnung dahingehend zu überarbeiten, dass fahrfremde Tätigkeiten (z. B. Video/TV schauen, Kaffee kochen) sanktioniert werden können.“ – Bis zum Fahrzeug, das seinen Fahrer am Ende zum Mitfahrer im selbstfahrenden Automobil macht, ist es also wohl noch ein weiter Weg.

DiH (Redaktion)

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Krach auf dem Dach und Ernteschock

Krach auf dem Dach und Ernteschock

adac_verkehrssicherheit_aufprallgewicht-von-wildtierenWährend innerorts der Herbst durch herabfallende Kastanien zu Autodachschäden, einer verkehrsgefährdenden Schrecksekunde oder rutschigen Straßen führen kann, ist seine Wirkung außerorts weitaus folgenreicher.
„Bisher fanden viele Wildtiere im Halmenmeer der Getreideschläge einen sicheren Unterschlupf, das ändert sich mit dem Dreschen der Gerste, Weizen, Raps und Haferschläge nun schlagartig“, warnt der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Harburg, Dirk Poppinga, „die Jäger sprechen von einem “Ernteschock” für Reh, Wildschwein, Hase und Co.“ Auf der Suche nach einem sicheren und geeigneten Einstand seien die Wildtiere nun auch tagsüber unterwegs und überqueren dabei oftmals auch Straßen im Landkreis.
Mit Beginn der Maisernte sind derzeit besonders die Wildschweine vom Ernteschock betroffen, die laut ADAC die mehr als 2,5 Millionen Hektar Mais in Deutschland als Lebensraum erobert haben und jetzt vermehrt über die Straßen in den Wald wechseln.
ADAC und DJV raten den Verkehrsteilnehmern, auf gefährdeten Strecken besonders vorsichtig und stets bremsbereit zu sein, insbesondere an Waldrändern und unübersichtlichen Feldern. Sie empfehlen, den Straßenrand im Blick zu behalten, die Geschwindigkeit zu drosseln und den Abstand zum Vordermann zu vergrößern, um auf ein plötzliches Bremsmanöver des Vordermanns rechtzeitig reagieren zu können. Denn auch eine Kollision mit einem relativ kleinen Wildtier kann verheerende Folgen haben, wie die Infografik zeigt.
Dennoch rät die Polizei: Erscheint ein Zusammenstoß unvermeidlich, nicht ausweichen, das Lenkrad festhalten und weiter abbremsen. Die Kollision mit einem Wildtier sei auf jeden Fall glimpflicher als der Aufprall gegen einen Baum oder die Landung im Straßengraben. „Sichern Sie die Unfallstelle unverzüglich ab, melden Sie den Unfall bei der Polizei, geben Sie den Unfallort möglichst genau an. Für eine eventuelle Nachsuche auf ein verletztes Stück Wild sind Polizei und Jägerschaft unbedingt auf den genauen Unfallort angewiesen“, fasst Dirk Poppinga zusammen.

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