Verkehrsministerkonferenz für Abbiege-Assistenten-Pflicht

Verkehrsministerkonferenz für Abbiege-Assistenten-Pflicht

Die Grafik zeigt, wie ungünstig sich der Sichtbereich (Blau) und der Tote Winkel (Rot) für den Fahrer beim Abbiegen verändern ... © DEGENER

Die Grafik zeigt, wie ungünstig sich der Sichtbereich (Blau) und der Tote Winkel (Rot) für den Fahrer beim Abbiegen verändern … © DEGENER

Bereits im Koalitionsvertrag vom März 2018 haben sich die Regierungsparteien unter dem Stichwort „Mehr Verkehrssicherheit und Mobilität 4.0“ darauf geeinigt, neben der Förderung elektrischer und autonomer Fahrzeuge auch „Fahrerassistenzsysteme wie nicht abschaltbare Notbremssysteme oder Abbiegeassistenten für Lkw und Busse verbindlich vorschreiben und eine Nachrüstpflicht für Lkw-Abstandswarnsysteme prüfen“ zu wollen.

Nur einen Monat später – nachdem die Verkehrsministerkonferenz in Nürnberg Mitte April ebenfalls „die verpflichtende Nutzung von Abbiegeassistenten und automatischen Notbremssystemen“ gefordert hat – liegen dem Bundesrat erste Entschließungs-Anträge zu diesem Thema vor. Mit dem Antrag nach Drucksache 110/18 soll die Bundesregierung aufgefordert werden, sich gegenüber der EU-Kommission verstärkt dafür einsetzen, „dass in den Typgenehmigungsvorschriften schnellstmöglich sicherheitswirksame technische Einrichtungen (Abbiege-Assistenzsysteme) nach dem Stand der Technik bei Nutzfahrzeugen ab 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht verpflichtend vorgeschrieben werden.“ Für die Anschaffung bzw. Nachrüstung solle es staatliche und versicherungstarifliche Anreize geben. In der Begründung heißt es: „Gestützt auf eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) aus 2016 schätzt die Unfallforschung der Versicherer (UDV), dass etwa ein Drittel der jährlich im Straßenverkehr getöteten Radfahrenden Opfer von Abbiegeunfällen werden. Dabei habe die Auswertung gezeigt, dass die Schuld selten die Radfahrenden tragen. Die meisten Unfälle passieren an Ampelkreuzungen – während die Radfahrenden Grün haben.“ Die Annahme, wonach vor allem besonders schnelle oder rüpelhafte Radfahrende in solche Unfälle verwickelt würden, sei damit widerlegt. Unfall-Verursacher seien meist die Lkw-Fahrer. – Wie schnell die EU-Kommission mit der Überarbeitung der Verordnung zur allgemeinen Fahrzeugsicherheit vorankommt, ist allerdings nicht absehbar. Das könnte auch den zweiten Antrag zum Thema Sicherheit von Nutzfahrzeugen betreffen. Darin geht es um die „Modernisierung und Erweiterung der EU-Regelungen für Notbremsassistenten und Abstandswarner in schweren Nutzfahrzeugen“ (Drucksache 138/18), so dass z. B. Notbrems-Systeme nicht mehr abschaltbar sind. Eine Forderung, die wegen des hohen Anteils von Auffahrunfällen durch schwere Nutzfahrzeuge besonders auf Bundesautobahnen und der schweren Folgen ebenfalls dringend geboten scheint.

DiH (Redaktion)

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Blitzer, „Bremser“ und das Unfallrisiko

Blitzer, „Bremser“ und das Unfallrisiko

„Vorsicht: Blitzer-Bremser!“ © DEGENER

„Vorsicht: Blitzer-Bremser!“ © DEGENER

Manch einer wünscht sich so einen Blitzmarathon für alle Tage: Vielleicht könnten Fahrlehrer mit ihren Fahrschülern weniger bedrängt durch die Straßen fahren, wenn die Überwachungsdichte höher wäre und sich mehr Autos als üblich an die Geschwindigkeitsvorschriften hielten – vielleicht wäre aber auch das Gegenteil der Fall. Denn sobald Fahrzeuglenkende ein Gerät am Straßenrand sehen, das ihre Geschwindigkeit kritisch nachmessen und gegebenenfalls mit einem Beweisfoto zur Anzeige bringen könnte, ergreift das schlechte Gewissen die Herrschaft über ihre Füße: Sofort wird das Bremspedal präventiv bedient in der Hoffnung, noch einmal davonzukommen. Vor Schreck fahren viele sogar langsamer als vorgeschrieben; als wollten sie den verhängnisvollen Automaten beschwichtigen! – Danach wird das Gaspedal allerdings meist ebenso spontan wiederentdeckt …

Auch hier droht – besonders bei hoher Verkehrsdichte – den Unaufmerksamen Gefahr. Wenngleich sie geringer ausfallen dürfte als die oft tödliche Gefahr durch überhöhte Geschwindigkeit.

Bemerkenswert die Feststellung des Bayerischen Innenministers Joachim Herrmann zum Auftakt des aktuellen Blitzmarathons, dass es immer noch zu viele Unbelehrbare gebe: „Obwohl auch im letzten Jahr alle Messstellen frühzeitig im Internet unter www.sichermobil.bayern.de abrufbar waren, gingen uns 2017 beim Blitzmarathon in Bayern insgesamt 8.941 Geschwindigkeitssünder ins Netz.“ Nach Herrmanns Worten wiege das besonders schwer, denn die bayerische Verkehrsunfallstatistik zeige ganz klar, dass zu schnelles Fahren die Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle sei.

Um das Problembewusstsein für zu hohe Geschwindigkeiten nachhaltig zu stärken, werden wohl noch einige Aktionen nötig sein – vielleicht auch eine Anpassung der Bußgelder an die Gehälter, wie sie in einigen skandinavischen Ländern üblich ist und hierzulande gelegentlich diskutiert wird.

Immerhin: Die Benutzung eines technischen Radarwarners (z. B. als Smartphone-App) hat inzwischen ähnliche Konsequenzen wie eine Geschwindigkeitsüberschreitung um mehr als 21 km/h (Pkw außerorts 70 €, innerorts 80 € und 1 Punkt): Hier werden im Regelfall 75 € und 1 Punkt fällig, ggf. mehr …

DiH

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Europa-eCall in zehn Jahren vs. Deutschland-UMD sofort

Frühling – Fahrtraining – Freitag, der 13te

Immer wieder üben, um im Ernstfall richtig zu reagieren. © DEGENER

Immer wieder üben, um im Ernstfall richtig zu reagieren. © DEGENER

Machen wir uns nichts vor: Statistisch und über lange Zeiträume gesehen ist so ein „Freitag, der 13.“ ein Tag wie jeder andere auch. Wirklichen Einfluss z. B. auf die Anzahl der Unfälle im Straßenverkehr haben eigentlich nur extreme Straßen- oder Witterungseinflüsse, also Eis, Gewitter, Starkregen oder Gluthitze, aber auch die Fahrzeuge  – und eben die Fahrer selbst.

Deshalb sollte zum Beginn der Motorrad-Saison nicht nur die Maschine fahrtüchtig gemacht werden. Auch für die Fahrer, seien es ungeübte oder erfahrene Biker, ist es sinnvoll, theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten immer wieder aufzufrischen, um im Ernstfall richtig reagieren zu können. Zu diesem Zweck bietet die Deutsche Verkehrswacht in Zusammenarbeit mit Fahrlehrern und gefördert durch verschiedene Berufsgenossenschaften besondere „Motorrad-Sicherheitstrainings“ in ganz Deutschland an.

Im Mittelpunkt der Motorrad-Sicherheitstrainings stehen fahrpraktische Übungen mit dem eigenen Motorrad und die sichere Fahrzeugbeherrschung: „Dabei erleben die Teilnehmer die eigenen Grenzen als Fahrer und die spezifischen Eigenschaften ihres Fahrzeugs. Geübt werden Elemente, die jeder Motorradfahrer beherrschen muss: Slalom um Hindernisse, langsam über schmale Bretter, Bremsmanöver aus verschiedenen Fahrgeschwindigkeiten heraus, kleine Kreise fahren, ohne dass die Maschine umkippt – neben dem Lernaspekt zählt auch der Fahrspaß.“

Eine Übersicht über die zahlreichen Angebote mit Suchhilfe nach Kraftfahrzeugart und Ort bzw. Postleitzahl bietet die Verkehrswacht auf ihrer Webseite: http://www.sicherheitstraining24.de

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Fragenänderung zum 01. April 2018

Fragenänderung zum 01. April 2018

Ab dem 01. April 2018 gilt ein neuer Fragenkatalog. Lesen Sie hier, was sich genau ändert:

  • 43 Fragen wurden gestrichen
  • 58 neue Fragen
    davon
  • 23 Videofragen
  • 24 Bildfragen
  • 1 Verkehrszeichenfragen
  • 10 Textfragen

Für die einzelnen Klassen bedeutet das:

  • Grundstoff (für alle Klassen): 25 neue Fragen, inkl. 6 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse A: 21 neue Fragen, inkl. 9 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse A1: 21 neue Fragen, inkl. 9 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse A2: 21 neue Fragen, inkl. 9 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse AM: 0 neue Fragen
  • Klasse Mofa: 12 neue Fragen, inkl. 3 Mutterfrage mit Varianten
  • Klasse B: 24 neue Fragen, inkl. 9 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse C: 3 neue Fragen
  • Klasse C1: 15 neue Fragen, inkl. 5 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse CE: 1 neue Frage
  • Klasse D: 9 neue Fragen, inkl. 4 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse D1: 9 neue Fragen, inkl. 4 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse L: 0 neue Fragen
  • Klasse T: 1 neue Frage

Hier können Sie das aktuelle Fragenkatalog-Update für Ihren Vortest-Stick herunterladen.

Den neuen Fragenkatalog für SCAN & TEACH 360° finden Sie hier.

Für Ihre Fahrschüler gilt:

  • CLICK & LEARN 360° online:
    Der neue Fragenkatalog kann ab sofort in den Einstellungen gewählt werden. Ab dem 01.04.2018 werden alle Fahrschüler automatisch auf den neuen Fragenkatalog umgestellt.
  • CLICK & LEARN 360° offline:
    Haben Ihre Fahrschüler an ihrem PC eine Internetverbindung werden sie beim Start des Programms automatisch auf das Fragenkatalogupdate hingewiesen.
    Ist keine direkte Internetverbindung an dem PC vorhanden, können Ihre Fahrschüler das Update hier auf einem anderen Rechner herunterladen und dann auf den Lern-PC kopieren und installieren.
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Europa-eCall in zehn Jahren vs. Deutschland-UMD sofort

Europa-eCall in zehn Jahren vs. Deutschland-UMD sofort

Quelle: GDV Dienstleistungs-GmbH

Quelle: GDV Dienstleistungs-GmbH

Bis die meisten Fahrzeuge tatsächlich eCall bereithalten, werde es wohl noch zehn bis 15 Jahre dauern, resümiert der Auto Club Europa (ACE). Denn die Verpflichtung zum Notrufsystem eCall für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in der Europäischen Union ab April 2018 gilt nur für „neu typgeprüfte Automodelle, nicht aber alle Neuwagen. Fahrzeuge, die ihre Typzulassung vor dem Stichtag erhalten haben, dürfen weiter ohne eCall verkauft werden.“

Quelle: GDV Dienstleistungs-GmbH

Wer den Aussagen zum Datenschutz traut und nicht darauf warten will, bis das eingebaute eCall-Notrufsystem zur Standard-Fahrzeug-Ausstattung geworden ist, kann alternativ bei vielen Versicherern unter der Bezeichnung „Unfallmeldedienst“ (UMD) eine Nachrüstlösung* für praktisch jedes Fahrzeug erhalten. Sie besteht aus einem Unfallmeldestecker für den Zigarettenanzünder (12 Volt-Buchse) und einer Smartphone-App. Einmal installiert, funktioniert es ganz ähnlich wie das fest eingebaute System: Sensoren im Unfallmeldestecker erkennen eine Kollision und ihre Aufprallstärke, die Informationen werden über Bluetooth an das Smartphone des Fahrers gesendet, die Unfallmelde-App ruft automatisch die Notrufzentrale an, das Unfallopfer kann direkt mit einem Notrufagenten sprechen. Gleichzeitig erhält der Agent die von der Unfallmelde-App übersendeten Positionsdaten des Unfallfahrzeugs und die letzte Fahrtrichtung. Nach persönlicher Klärung der Sachlage gibt die Notrufzentrale der Autoversicherer alle für eine schnelle Hilfe notwendigen Informationen umgehend an die Rettungsleitstelle weiter, damit diese dem Unfallopfer schnelle Hilfe leisten kann. (Quelle: www.unfallmeldedienst.de)

Alternative mit Einschränkungen: Der Unfallmeldedienst (UMD) ist derzeit allerdings ausschließlich für die Nutzung in Deutschland konzipiert. Im europäischen Ausland schlägt das System lediglich die 112 als Notrufnummer vor. Und falls die Übertragung der Informationen nicht über eine mobile Internetverbindung möglich ist (bis zu einem Netz von 2G) und diese daher per SMS verschickt werden, können – je nach Mobilfunkvertrag – Kosten anfallen.

* Anm. d. Red.: vergleichbare Systeme von Fahrzeugherstellern und anderen Anbietern können aufgrund ihrer unterschiedlichen Zusatzleistungen und Kostenmodelle hier nicht berücksichtigt werden.

DiH (Redaktion)

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Besser vorbereitet ins Frühjahr …

Besser vorbereitet ins Frühjahr …

GTUE-Testergebnisse

Tabelle der Testergebnisse | Grafik: Kröner/GTÜ

Taugliches Verbandmaterial kann Leben retten und gehört in jedem Fahrzeug zur Grundausstattung. Doch trotz der Vorschrift wird es – möglicherweise wegen der eher geringen Geldbuße – häufig „stiefmütterlich“ behandelt. Ein Grund mehr, sich wenigstens im Rahmen des „Frühjahrsputzes“ auch einmal um dieses Thema zu kümmern.

Wenngleich der Gesetzgeber nicht festlegt, WO das Material aufzubewahren ist, so ist doch genau vorgeschrieben, WORAUS das mitzuführende Set bestehen soll. Da auch die äußere Form nicht festgelegt ist, haben die Experten von ACE (Auto Club Europa), GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) und DRK (Deutsches Rotes Kreuz) zehn unterschiedliche Sets zwischen fünf und 25 Euro, verpackt in Kasten oder Taschen, auf ihren Inhalt und den Schutz desselben untersucht. Während die Qualität des Verbandmaterials mehr oder weniger übereinstimmt – alles ist zur Notversorgung zu gebrauchen – halten die Untersucher in Sachen Dichtheit fest: „Verbandkästen sind besser vor Umwelteinflüssen geschützt und stabiler als Taschen.“ – Allerdings variiere die Qualität der Verschlüsse und Scharniere bei den Kästen ähnlich stark wie die Beschichtungen und Reißverschlüsse der Sets in Taschenform.

Der Testsieger glänzt durch gute Abdichtung mit einer Doppelkante am Deckel, soliden Verschlussteilen und klar getrennten Verpackungssegmenten: Auf einen Blick ist bei diesem Exemplar am Mindesthaltbarkeitsdatum ersichtlich, welches sterile Verbandmaterial austauschpflichtig ist und welche unsterilen Komponenten sich, je nach Zustand, weiter verwenden lassen. Den Preis-Leistungssieger des Tests lobt der Experte des DRK unter anderem für seine Innenverpackung mit leicht zu erfassenden Symbolen, die insgesamt gleichzeitig fest in der Außenhülle sitzt. Zusammengefasst sind Verbandkästen in der Regel stabiler und besser gegen Staub und Flüssigkeiten abgedichtet, Verbandtaschen sind dafür kompakter und einfacher sowie flexibler im Auto oder auf dem Motorrad zu verstauen. Und das Fazit im Preisvergleich: Preiswert muss qualitativ nicht schlecht sein.

>> Mehr Tipps für die weitere Frühjahrsvorbereitung gibt es übrigens hier: DEGENER Frühjahrs-Tipps!

DiH (Redaktion)

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Unfall mit Robotaxi: Wie berechenbar sind Fußgänger?

Unfall mit Robotaxi: Wie berechenbar sind Fußgänger?

Auf Ball folgt Kind ... © DEGENER

Auf Ball folgt Kind … © DEGENER

Nachdem es in den vergangenen Jahren kaum spektakuläre Unfälle gegeben hat, könnte jetzt ein zu schnell fahrendes autonomes Taxi, das trotz Sicherheitsfahrer in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt wurde, die Bedenken gegen die neue Technik wieder neu aufleben lassen.

Entsprechend vorsichtig ist die Reaktion des Unternehmens, zu dem das Robotaxi gehört: Laut Tagesschau-Bericht vom 20. März habe das Unternehmen Uber nach dem Unfall vorläufg alle weiteren Testfahrten gestoppt und kooperiere mit den Ermittlern. Immerhin war das Fahrzeug offenbar mit rund 64 km/h unterwegs, obwohl auf dem Streckenabschnitt nur gut 56 km/h (35 Meilen) erlaubt sind. Fahrlehrer (und ihre Fahrschüler sollten es) wissen, dass das Fahrzeug bei diesen 8 km/h Unterschied nach Faustormel statt 16,8 bereits 19,2 Meter pro Sekunde zurücklegt.

Die Tatsache, dass weder der Begleitfahrer noch das System einen Bremsversuch vorgenommen haben, untermauert zwar die Vermutung, die Fußgängerin sei plötzlich aufgetaucht. Dennoch bleibt ein mulmiges Gefühl, wenn man sich weitere Situationen vorstellt, die vom Automaten möglicherweise anders gedeutet und entschieden werden als vom Menschen. Gerade innerhalb geschlossener Ortschaften, wo ganz unterschiedliche, nicht vernetzte Teilnehmer sich in unübersichtlichen Situatonen begegnen können.

Zurzeit scheint das vorausschauende Fahren den Menschen eher möglich als den Algorithmen – zumindest solange es keine 100%ige Vernetzung gibt. Ein Beispiel mag der Ball sein, der jedem Fahrschüler als klares Indiz für ein plötzlich auftauchendes Kind vermittelt wird: Erkennt das System den Ball als Ball oder als Beule im Auto und erahnt es das hinterherlaufende Kind? Kann ein rechnergestütztes System bremsbereit und vorausschauend sein oder doch nur reagieren, das aber blitzschnell?

Der Unfall macht klar, dass es noch ein weiter Weg ist, bis alle Verkehrsteilnehmer dem autonomen Fahrzeug – als Fahrgast oder auch als konkurrierender, „anderer Verkehrsteilnehmer“ – vertrauen und sich mit ihm den gemeinsamen Verkehrsraum (und vermutlich zwangsläufg eine Menge Daten) teilen werden. Die Sicherheits-Mitfahrer zeigen jedenfalls: Blindes Vertrauen ist zurzeit noch nicht angebracht. Dazu haben die Robotaxis noch zu viel zu lernen. Ohnehin sei die Frage erlaubt, wie die Automaten überhaupt an eine Fahrerlaubnis gelangt sind: Schließlich haben sie ja nie eine gründliche Ausbildung in einer Fahrschule absolviert … (In Arizona zum Beispiel brauchen selbstfahrende Fahrzeuge keine Sondergenehmigung, eine Standard Kfz-Zulassung reicht aus).

DiH (Redaktion)

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Auto – Frühling – Pannen-Ängste

Auto – Frühling – Pannen-Ängste

Reifen-Platzer

Teil 2 der Ergebnisse einer Online-Kundenbefragung.
© reifen.com

Der Wechsel der Jahreszeiten bringt häufg auch einen Wechsel auf Sommerreifen mit sich: Offensichtlich wird diese Gelegenheit zu selten genutzt, um eine gründliche Prüfung der Reifen vorzunehmen und damit für eine möglichst pannensichere Ausstattung des Fahrzeugs zu sorgen. „Reifenschäden sind nur selten auf den Hersteller zurückzuführen. Häufg werden sie vom Autofahrer verursacht“, resümiert deshalb die Redaktion der Zeitschrift auto motor und sport und zählt auf, „welche Fehler im Umgang mit Reifen zu Vorbeschädigungen führen, die nicht selten in einer Reifenpanne enden“. So könnten Fremdkörper im Reifen nicht nur zu schlagartigem oder langsamem Luftverlust führen, sondern das Eindringen von Feuchtigkeit durch Risse oder Schnitte im Gummi ermöglichen und den Reifen durch Rostbildung der Stahldrähte von innen beschädigen. Ähnliches gelte für die falsche Lagerung (z. B. über den Winter). Daneben sei das Bordsteinparken eine häufige Ursache von Reifenschäden, die sich nur schleichend bemerkbar machen.

Ein weiterer vermeidbarer „Anwendungsfehler“ sei zu niedriger Luftdruck: „Selbst wenn der Ernstfall nicht eintritt, nimmt der Reifen auf Dauer Schaden und verschleißt deutlich schneller als bei Einhaltung des geforderten Luftdrucks.“ Im schlimmsten Fall aber drohe der Reifen durch Überhitzung zu platzen. – Nur gut, dass die Umfragewerte des Reifenfachdiscounters reifen.com immerhin zeigen, dass sich ein Großteil im Fall eines Reifen-Platzers richtig verhalten würde: „88 Prozent der Autofahrer wissen, wie man sich bei einer Reifenpanne richtg verhält – sie lassen ihr Fahrzeug langsam ausrollen.“ Etwa 9 Prozent würden sich aber durch starkes Abbremsen zusätzlich in Gefahr begeben. Da gibt es noch Verbesserungspotenzial …

DiH (Redaktion)

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Bundesrat: „Gaffer“ effektiver bekämpfen

Bundesrat: „Gaffer“ effektiver bekämpfen

Wer nicht helfen kann, sollte an einer Unfallstelle vorsichtig vorbeifahren und Platz für die Helfer machen ... © DEGENER

Wer nicht helfen kann, sollte an einer Unfallstelle vorsichtig vorbeifahren und Platz für die Helfer machen © DEGENER

Menschen, die z. B. mit ihren Smartphones Videos oder Fotos von Unfällen, Anschlägen oder Naturkatastrophen aufnehmen oder solche Aufnahmen im Netz verbreiten, sollen künftig auch dann bestraft werden, wenn sie damit tödlich verunglückte Opfer bloßstellen. Das fordert der Bundesrat mit einem Gesetzentwurf, den er Anfang März beschlossen hat.

Wer an eine Unfallstelle kommt, tut gut daran, beim Absichern  der Unfallstelle zu helfen, Verletzten Ersthilfe zu leisten und Rettungskräfte zu verständigen. Doch plötzliches Bremsen, nur um Fotos oder ein Video von einer Unfallstelle zu machen, bedeutet nicht nur die Missachtung der Rechte der Verunglückten, sondern stellt auch eine Gefahr für andere Unbeteiligte dar. So heißt es z. B. in einem Medien-Bericht über einen schweren Unfall auf der A5: „Gaffer verursachen weitere Unfälle […] Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn A5 kamen am Montag mindestens vier Menschen ums Leben. Nach dem Unglück ereignete sich auf der Gegenfahrbahn ebenfalls ein schwerer Zusammenstoß. Der Grund: Das beste Foto der Opfer zu erhaschen …“ („Stern Online“)

Bereits seit Sommer vergangenen Jahres können Schaulustige, die den Einsatz von Rettungskräften behindern, wegen unterlassener Hilfeleistung bestraft werden. Das Herstellen und Verbreiten von bloßstellenden Fotos und Videos Verstorbener ist jedoch nach wie vor straffrei. Das soll durch die Erweiterung geändert werden: „Unbefugte Aufnahmen von Toten und deren Verbreitung könnten dann mit Geldstrafen oder Freiheitsentzug von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Auch der Versuch soll strafbar sein“ (Bundesrats-Drucksache 41/18, Beschluss).

Zunächst kann die geschäftsführende Bundesregierung zu dem Entwurf Stellung nehmen. Anschließend leitet sie ihn an den Bundestag weiter. Wann und ob dieser sich mit dem Vorschlag des Bundesrates beschäftigt, entscheidet der Bundestag. Ein Termin steht noch nicht fest.

DiH (Redaktion)

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Kältewelle: Kein Problem für Fahrschulen

Kältewelle: Kein Problem für Fahrschulen

Bestens vorbereitet durch den Winter – Starthilfe-Kabel inklusive. © GTÜ

Bestens vorbereitet durch den Winter – Starthilfe-Kabel inklusive. © GTÜ

Die Frage stellt sich in unregelmäßigen Abständen immer wieder neu – und gerade, wenn ein paar milde Winter  hintereinander das Gelernte vergessen machten, ist es wieder so weit: Wie war das noch mit der Starthilfe, dem sogenannten „Überbrücken“?

Minusgrade belasten den Stromhaushalt im Auto extrem: Verbraucher wie Radio, Licht, Heckscheiben- und Sitzheizung daher besser erst einschalten, wenn der Motor läuft. Hinzu kommt, dass die Stromspeicher schon bei Temperaturen um minus 10 Grad nur noch etwas mehr als die Hälfte ihrer normalen Kapazität bereitstellen können, betonen die Fachleute der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Am Ende schafft es der Akku nicht mehr, den Motor zu starten.

Dann kann man mit der richtigen Anleitung auch als Laie mit einem Starthilfekabel und einem zweiten Fahrzeug Starthilfe leisten. Um Fehler zu vermeiden, damit keine Schäden an der empfindlichen Elektronik entstehen oder sogar Stromschläge passieren, empfiehlt der Auto Club Europa (ACE) eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Am besten geht man solche „Arbeitsschritte“ einmal in der Fahrschule gründlich durch oder schaut erfahreneren Helfern über die Schulter. Damit es gar nicht erst soweit kommt, raten die GTÜ-Experten, auf einen funktionsfähigen und voll geladenen Akku zu achten und gegebenenfalls Ladegeräte zum Anschluss an die heimische Steckdose zu nutzen. Wer ganz sicher gehen will, kann die Batterie z. B. im Herbst in einer Werkstatt prüfen und gegebenenfalls austauschen lassen, um einen spontanen „Totalausfall“ und Stillstand zu vermeiden.

DiH (Redaktion)

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