An – Aus – An – Aus – An – Aus … klar geregelt

An – Aus – An – Aus – An – Aus … klar geregelt

Im sinnvollen Einsatz warnt das Warnblinklicht – hier zum Beispiel vor einem Stauende auf der Autobahn. © argetp21/DEGENER

Im sinnvollen Einsatz warnt das Warnblinklicht – hier zum Beispiel vor einem Stauende auf der Autobahn.
© argetp21/DEGENER

Das Warnblinklicht an Kraftfahrzeugen ist nur in Gefahrensituationen und beim Abschleppen einzuschalten – und kein Freibrief für falsches Verhalten. Sich kurzerhand mit dem Warnblinklicht dafür zu entschuldigen, z. B. in zweiter Reihe parkend den Verkehr zu behindern, weil direkt vor dem Bankautomaten kein freier Parkplatz zu finden ist, ist so gar nicht im Sinne des Erfinders, erklärt Achmed Leser vom TÜV Thüringen.

In der Straßenverkehrsordnung werden die Anwendungsfälle für das Benutzen der Warnblinklichter wie folgt resümiert: „Im Übrigen darf außer beim Liegenbleiben (§ 15) und beim Abschleppen von Fahrzeugen (§ 15a) Warnblinklicht nur einschalten, wer Andere durch sein Fahrzeug gefährdet oder Andere vor Gefahren warnen will, zum Beispiel bei Annäherung an einen Stau oder bei besonders langsamer Fahrgeschwindigkeit auf Autobahnen und anderen schnell befahrenen Straßen.“ (Warnzeichen, § 16 StVO).

Geradezu erschütternd ist eine Leserreaktion auf die Veröffentlichung der Erfurter TÜV-Info im Online-Motor-Talk am 17. Juli 2018, die daran zweifeln lässt, ob der schreibende Autofahrer tatsächlich hierzulande eine Fahrschule besucht oder überhaupt jemals einen Blick in die Straßenverkehrsordnung geworfen hat (O-Ton):

„Die ganze Warnblinkgeschichte am Stauende ist doch totaler Blödsinn. Keine Ahnung, wann sich das eingebürgert hat. Ich hab‘s in der Fahrschule nicht gelernt. Wenn man normal auf einen Stau zufährt, wird man normal langsamer, eventuell bremst man (Bremslichter) und der Hintermann erkennt das vorausfahrende Fahrzeug, welches verzögert. Bei einer Not-/Gefahrenbremsung geht eh der ganze Christbaum automatisch an. Solang man noch Zeit hat, den Knopf zu suchen ist es keine Gefahrenbremsung und die Verwendung der Warnblinker unnötig. Für mich ein No-Go. Der Warnblinker wird nur betätigt wenn ich eine Panne hab. Wüsste auf Anhieb gar nicht wo der bei meinem Auto ist“ (unter dem Namen „a_v_s“). Da kann man nur hoffen, dass um ihn herum immer genügend gut ausgebildete Kraftfahrer unterwegs sein mögen, die mit der Position der dreieckigen, roten Taste in ihrem Fahrzeug vertraut sind und ihn und andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig vor einem Stauende oder einer Panne oder einem ähnlichen Notfall warnen …

DiH (Redaktion)

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Streitkultur und „Fernhandmethode“

Streitkultur und „Fernhandmethode“

Verantwortungsbewusste Fahrer weisen ihre Beifahrer auf Gefahren bei Aussteigen hin. © DEGENER

Verantwortungsbewusste Fahrer weisen ihre Beifahrer auf Gefahren bei Aussteigen hin. © DEGENER

Während die ADVOCARD-Studie „Deutschlands großer Streitatlas“ ein zunehmendes Stresspotential auf Deutschlands Straßen ausmacht, geistert unter dem Begriff „holländischer Griff“ eine Kampagne zum rücksichtsvollen Türöffnen durch die (sozialen) Medien. Erneut, wie ein Blick in unser Archiv zeigt (DEGENER Newsletter vom 26. Juli 2017). Obwohl weder Herkunft noch Bezeichnung sicher geklärt werden können, besticht das Konzept durch Klarheit, Einfachheit und leichte Nachvollziehbarkeit.

Der Ursprung des auf Englisch als „Dutch Reach“ oder „far-hand-method“ bezeichneten Vorgehens hängt offenbar stark mit einer US-amerikanischen Webseite „The Dutch Reach Project“ zusammen, auf der einiges an Material zum Thema zusammengetragen ist (z. B. mehrsprachiges Werbematerial, auch Erklärvideos). Anlass ist offenbar ein tragischer Unfall, der nach einem Klick auf „HOME“ beschrieben wird.

Ungeachtet der vermutlich nicht niederländischen Herkunft und der sicher international und auch in deutschen Fahrschulen vermittelten Vorgehensweise bleibt der Eindruck, mit dem Schlagwort „holländischer Griff“ eine einfache Merkformel zur Vermeidung von Türunfällen von Rad- und Autofahrern (englisch „Dooring“) gefunden zu haben. Eine Art manuelles Assistenzsystem, das ohne Nachrüstung sofort funktioniert: „Dabei öffnen Fahrzeuginsassen die Autotür immer mit der Hand, die am weitesten von der Tür entfernt ist. Der Fahrer öffnet seine Tür also mit der rechten Hand, der Beifahrer nutzt die Linke. Der Vorteil: Weil dabei der Oberkörper stark nach hinten gedreht wird, richtet sich auch der Blick automatisch nach hinten – und erfasst Verkehrsteilnehmer, die sich im toten Winkel aufhalten.“ (KaD, DEGENER Newsletter, s.o.)

Sicher gibt es „Merk“-Gründe für die Verknüpfung des Handgriffs mit den als Fahrradnation bekannten Niederlanden, zu denen „Holland“ als ein Teil gehört. Mir selbst leuchtet dagegen die etwas umständlichere Übersetzung der „far-hand-method“ eher ein, also etwa der „Griff der fernen Hand“ oder – methodischer und nicht so griffig – die „Fernhandmethode“ – oder vielleicht doch einfach „Schulterblick“.

Letztendlich bleibt es wohl jedem selbst überlassen, wie er oder sie sich den Kniff merkt: Hauptsache, Autofahrer und ihre Beifahrer wenden ihn an und zwingen sich vor dem Türöffnen und Aussteigen zur Umsicht – im eigenen und im Interesse anderer.

DiH (Redaktion)

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Fragenänderung zum 01. Oktober 2018

Fragenänderung zum 01. Oktober 2018

Ab dem 01. Oktober 2018 gilt ein neuer Fragenkatalog. Lesen Sie hier, was sich genau ändert:

  • 44 Fragen wurden gestrichen
  • 57 neue Fragen
    davon
  • 10 Videofragen
  • 2 Bildfragen
  • 45 Textfragen

Für die einzelnen Klassen bedeutet das:

  • Grundstoff (für alle Klassen): 10 neue Fragen, inkl. 1 Mutterfrage mit Varianten
  • Klasse A: 17 neue Fragen, inkl. 3 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse A1: 17 neue Fragen, inkl. 3 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse A2: 17 neue Fragen, inkl. 3 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse AM: 16 neue Fragen, inkl. 5 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse Mofa: 5 neue Fragen
  • Klasse B: 32 neue Fragen, inkl. 3 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse C: 17 neue Fragen
  • Klasse C1: 13 neue Fragen
  • Klasse CE: 4 neue Fragen
  • Klasse D: 17 neue Fragen
  • Klasse D1: 16 neue Fragen
  • Klasse L: 5 neue Fragen, inkl. 2 Mutterfragen mit Varianten
  • Klasse T: 5 neue Fragen, inkl. 1 Mutterfrage mit Varianten

Hier können Sie das aktuelle Fragenkatalog-Update für Ihren Vortest-Stick herunterladen.

Für Ihre Fahrschüler gilt:

  • CLICK & LEARN 360° online:
    Der neue Fragenkatalog kann ab sofort in den Einstellungen gewählt werden. Ab dem 01.10.2018 werden alle Fahrschüler automatisch auf den neuen Fragenkatalog umgestellt.
  • CLICK & LEARN 360° offline:
    Haben Ihre Fahrschüler an ihrem PC eine Internetverbindung werden sie beim Start des Programms automatisch auf das Fragenkatalogupdate hingewiesen.
    Ist keine direkte Internetverbindung an dem PC vorhanden, können Ihre Fahrschüler das Update hier auf einem anderen Rechner herunterladen und dann auf den Lern-PC kopieren und installieren.
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Ratgeber Rücksicht

Ratgeber Rücksicht

Im Zuge der Kampagne „Fahr mit Herz“ hat der ACE das Verhalten von Auto- und Radfahrern protokolliert. Das Fazit ist ernüchternd!

Zwei Stunden lang haben ACE Clubmitglieder z. B. das Verhalten der Autofahrer an einer Kreuzung bei Neustadt am Rübenberge beobachtet und dabei insgesamt 467 Fahrzeuge gezählt und folgende Ergebnisse festgehalten: „16 Fahrer waren ohne Gurt unterwegs. 26 haben telefoniert, 60 bogen ab, ohne zu blinken. Rotlichtverstöße gab es fünf, auf den Schulterblick hätten gar 229 Fahrer verzichtet. Bei den Radfahrern ist es nicht viel besser: Von 68 Radfahrern hätten sich nur 13 im Kreuzungsbereich richtig verhalten“, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ).

Auch in vielen anderen Städten haben die Clubmitglieder des ACE Straßenkreuzungen beobachtet – mit ähnlich schlechten Ergebnissen. Die Kampagne läuft bundesweit noch bis Ende August und die Ergebnisse werden anschließend veröffentlicht. Mit der Hoffnung, dass diese sehr deutlichen Zahlen den ein oder anderen Verkehrsteilnehmer zu einem achtsameren Umgang miteinander im Straßenverkehr bewegen …

AnK (Redaktion)

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Dresscode Straßenverkehr

Dresscode Straßenverkehr

Ausreichend Pausen einlegen und genug trinken.

Ausreichend Pausen einlegen und genug trinken.

Um sich bei der Wetterlage nicht zu überschätzen, ist die richtige Tourenplanung besonders wichtig! Das ifz empfiehlt: „pro Tag nicht mehr als 400 Kilometer auf gut ausgebauten Landstraßen. Werden die Strecken sehr kurvenreich, sollte die Tagesdosis bei 200 bis 300 Kilometern liegen.“ Auch ist es angenehmer, in den kühleren Morgen- und Abendstunden zu fahren. Zudem sollte auf ausreichend Pausen geachtet werden. „Jeder Tankstopp und jede Pause sollten genutzt werden, um sich ein wenig die Beine zu vertreten und natürlich ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um das Konzentrationsvermögen aufrecht zu halten“, rät das ifz. Nicht nur die Fahrer können im Sommer überhitzen, auch die Straßen leiden unter anhaltender Hitze. Beim „Blow Up“ platzt die Fahrbahndecke auf. Vor allem Autobahnen aus Beton sind betroffen. Besonders bei Fugen und Nahtstellen, die geschwächt sind, tritt das Phänomen auf. Fahrer sollten achtsam sein und sich dringend an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten, auch wenn auf den ersten Blick kein Grund für drastische Geschwindigkeitsbeschränkungen erkennbar ist.

AnK (Redaktion)

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125 Jahre Führerscheinprüfung – 60 Jahre Punkte-Kartei

125 Jahre Führerscheinprüfung – 60 Jahre Punkte-Kartei

Nachdem die ersten Automobile vor 125 Jahren in Paris für chaotische Straßenverhältnisse gesorgt hatten, bereitete der örtliche Polizeipräsident kurz nach seinem Amtsantritt dem wilden Treiben ein Ende: „Louis Lepine (1846-1933) führte am 14. August 1893 gleich vier Neuerungen ein: Die Fahrprüfung, den Führerschein, ausgewiesene Parkflächen und Parkverbote sowie – am schwerwiegendsten – verpflichtende Autokennzeichen für jedes Automobil“, berichten die Aachener Nachrichten zum Jubiläum.

Auch wenn anfangs noch einfache Fahrproben (Starten, Lenken, Anhalten) als Qualifikation ausreichten – die Grundlagen für das heutige System waren geschaffen: „1909 einigten sich Teilnehmer einer internationalen Automobilkonferenz in Paris auf erste einheitliche Verkehrszeichen, wie das Symbol einer Kreuzung. Im gleichen Jahr zog auch Deutschland mit einer Führerscheinpflicht nach“ (Deutschlandfunk). Und noch bevor den anfangs rein praktischen Übungen eine theoretische Ausbildung zur Seite gestellt wurde, entstand bereits 1910 eine „Sammelstelle für Nachrichten über Führer von Kraftfahrzeugen (SNFK)“ in Berlin, die 1951 in das Kraftfahrtbundesamt eingegliedert wurde. „Am 02. Januar 1958 nahm das Verkehrszentralregister (VZR) dann als selbständiger Bereich im KBA seinen Betrieb auf“ (KBA-Festschrift).

Seither werden Ordnungswidrigkeiten und Straftaten im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr genauestens registriert, ab 1974 im sogenannten Mehrfachtäter-Punktesystem, das in letzter Konsequenz die Entziehung der Fahrerlaubnis vorsieht. 2014 wurde das alte 18-Punktesystem zu einem 8-Punktesystem reformiert und das Verkehrszentralregister (VZR) durch das Fahreignungsregister (FAER) abgelöst, (60 Jahre KBA).

Neben den verschärften Sanktionen ist unterdessen auch die Fahrausbildung anspruchsvoller geworden. Als alleiniger Grund für den Trend zum Nichtbestehen soll das aber nicht gelten: In der Zeit von 2012 bis 2017 ist die Quote der nicht bestandenen Theorieprüfungen bundesweit von knapp 29 % auf gut 36 % und der Anteil der nicht bestandenen Praxisprüfungen von 26 % auf 28 % angestiegen (KBA-Statistik). Offenbar hat der Gesetzgeber dem ungezügelten Fahrspaß der ersten Automobilisten inzwischen ein gehöriges Maß an Disziplin vorangestellt. Doch nur so viel, dass Bewerber nach gründlicher Vorbereitung in der Fahrschule durchaus bestehen können: Provokativ fordert die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) ihre längst aus der Fahrschule entlassenen Leser deshalb zu einem QUIZ heraus und fragt „Können Sie die Fragen zur Führerscheinprüfung beantworten? Testen Sie Ihr Wissen.“

DiH (Redaktion)

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GTÜ-Unfall-Tipps: „Smart-Repair“ und korrektes Verhalten

GTÜ-Unfall-Tipps: „Smart-Repair“ und korrektes Verhalten

Richtiges Verhalten am Unfallort <br> (Foto: GTÜ).

Richtiges Verhalten am Unfallort
(Foto: GTÜ).

Dass die Reparatur kleinerer Unfallschäden nicht gleich in den finanziellen Ruin führen muss, ist sicher eine beruhigende Erkenntnis. Besonders für Fahrer geliehener Fahrzeuge. Ganz besonders, wenn diese Reparaturweise sogar dem kritisch prüfenden Blick der Sachverständigen standhält.

Doch vor dem (größeren) Schaden gibt es einen Zusammenstoß. Und dazu gehören meistens zwei oder mehr Fahrzeuge.

Deshalb rät die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) dazu, sich auch ohne Not und im Vorfeld intensiv mit dem Thema zu befassen. Denn abgesehen von der Schuldfrage – „in jedem Fall sorgt die erste Aufregung oder sogar ein Schock häufig für eine unbesonnene Reaktion. Doch gerade die ersten Minuten nach einem Crash können entscheidend sein. Umso wichtiger ist es, auf die richtige Vorgehensweise vorbereitet zu sein.“ Wichtig sei beispielsweise ein klarer Ablauf nach einem Unfallgeschehen (hier gekürzt):

  1. Unfallstelle absichern (Warnblinkanlage, Warndreieck).
  2. Alle Unfallbeteiligten aus dem Gefahrenbereich retten.
  3. Bei schweren Unfällen und wenn es Verletzte gibt, Polizei (110) oder Rettungsleitstelle (112) informieren.
  4. Erste Hilfe leisten.
  5. Fotos von der Unfallstelle machen.
  6. Bei Bagatellschäden möglichst schnell die Fahrbahn räumen.
  7. Fahrzeugkennzeichen, Name, Anschrift und Telefonnummern von Zeugen notieren.
  8. Keine Aussagen unter Druck und keine Unterschriften (z. B. Schuldanerkenntnis).
  9. Umgehend die Versicherung benachrichtigen.

Wer fit ist, so rät die GTÜ, sollte die Regie übernehmen: „Häufig stehen Unfallteilnehmer unter Schock und sind nicht in der Lage, zu helfen. Reden Sie mit den Beteiligten und verteilen Sie Aufgaben. Denken Sie daran, regelmäßig Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Denn die Ersthilfe am Unfallort kann Leben retten!“

DiH (Redaktion)

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(Ge)fahren im Ausland: Fahrstil und Vorurteile

(Ge)fahren im Ausland: Fahrstil und Vorurteile

Unfallexperten warnen vor den besonderen Gefahren an Zebrastreifen (Quelle: DEKRA).

Unfallexperten warnen vor den besonderen Gefahren an Zebrastreifen (Quelle: DEKRA).

Zebrastreifen (nach § 26 StVO „Fußgängerüberwege“ genannt) können bei Auslandsreisen zu einer besonderen Gefahrenstelle werden, warnen die Unfallexperten von DEKRA: „Es ist irritierend, dass die Hinweisschilder an Fußgängerüberwegen in Europa fast überall gleich aussehen, obwohl es beim Verhalten der Autofahrer große Unterschiede gibt“, sagt DEKRA-Unfallforscherin Stefanie Ritter. Sie empfiehlt, sich über die Gepflogenheiten im Urlaubsland zu informieren und sich entsprechend vorsichtig zu verhalten.

Während es z. B. in Großbritannien selbstverständlich sei, dass Autofahrer anhalten, um Fußgänger geduldig ihren Überweg passieren zu lassen, sehe das in anderen Staaten der EU ganz anders aus: Wer in Italien allzu selbstverständlich den Fuß auf einen Zebrastreifen setze, könne sich dadurch selbst in Gefahr bringen oder einen Auffahrunfall bei überraschten Autofahrern auslösen.

Fußgänger gehören laut DEKRA zu den stark gefährdeten Verkehrsteilnehmern: „Täglich sterben auf Straßen in der EU rund 20 Fußgänger, insgesamt 7.000 im Jahr. Jeder vierte dieser Unfälle passiert an Überwegen.“

Ritter appelliert daher an die Autofahrer, auf Fußgänger noch mehr Rücksicht zu nehmen und verweist auf die Regeln der deutschen Straßenverkehrsordnung:

An Fußgängerüberwegen haben Fahrzeuge Fußgängern das Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Fahrzeuge dürfen nur mit mäßiger Geschwindigkeit heranfahren und müssen wenn nötig warten, wenn sich Personen dem Überweg nähern. Bei Stockungen dürfen Fahrzeuge nicht auf den Überweg fahren, wenn sie dort warten müssten. An Überwegen darf nicht überholt werden.

Auch wenn Fußgänger in ihrem Leben nicht unbedingt jemals eine Fahrschule besucht haben (und die Verkehrserziehung schon sehr lange zurück liegt), könnten sie selbst zu ihrer Sicherheit beitragen. „Lassen Sie sich nie vom Smartphone oder anderen Dingen ablenken, wenn Sie über die Straße gehen“, so Ritter, und „queren Sie die Straße möglichst nur an ausgewiesenen Überwegen und schauen Sie vorher nach links und rechts.“

DiH (Redaktion)

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Geringer Aufwand vermeidet größere Pannen

Geringer Aufwand vermeidet größere Pannen

Mit wenigen Handgriffen Pannen vermeiden: Öl-Check. © DEGENER

Mit wenigen Handgriffen Pannen vermeiden: Öl-Check. © DEGENER

„Keine Kette ist stärker als ihr schwächstes Glied“, weiß der Volksmund. In Bezug auf das Autofahren führt Eberhard Lang (TÜV SÜD) ein einfaches Beispiel an: „Erst wenn das Auto sich nicht öffnen lässt, weil der Funkschlüssel keinen Strom mehr hat, rücken die verantwortlichen Knopfzellen ins Bewusstsein der Autofahrer.“

Eine leere Batterie im Schlüssel hat ähnliche Folgen wie eine leere Autobatterie: Nichts geht mehr. Ein Reserve-Satz im Handschuhfach bewahrt vor unschönen Überraschungen, wenn die Zellen beispielsweise im Urlaub zur Neige gehen und passender Ersatz vor Ort nur umständlich zu bekommen ist. Denn „die Typenbezeichnungen der Batterien sind leider nicht einheitlich“, bedauert Lang. Ähnlich uneinheitlich seien auch die Ladeadapter diverser Billig-Anbieter für den Ladestrom z. B. für Smartphone oder Tablet. Zu große Abweichung von der genormten USB-Ladespannung von 5 Volt könne das angeschlossene Telefon sogar beschädigen, warnt der Experte.

Im Großen und Ganzen lassen sich die meisten potenziellen Pannen (Batterie, Klimaanlage, Motor) durch regelmäßige Wartung vermeiden – sofern dabei auch auf Qualität geachtet wird. Vor längeren Fahrten empfiehlt es sich, selbst noch mal zu prüfen, was man selber prüfen kann, um unnötige Pannen zu vermeiden:

  • Scheibenwischerblätter (gegebenenfalls vorzeitig ersetzen und gleich auch das Wischwasser auffüllen),
  • Reifendruck prüfen (empfohlener Fülldruck siehe Bedienungsanleitung oder Tankklappe, Türrahmen),
  • Überprüfen des Kühlwasserstands (im kalten Zustand, zwischen MIN und MAX),
  • Kühlschläuche auf Risse, Sitz und Dichtigkeit kontrollieren (Flüssigkeit unterhalb des Motors?),
  • Kühlerlüfter checken (muss laufen, wenn der Wagen nach einer Fahrt bei hoher Temperatur abgeschaltet wird),
  • Ölstand prüfen (gegebenenfalls mit dem passenden Marken-Öl auffüllen).

So sorgen Sie selbst mit wenigen Handgriffen für eine möglichst pannenfreie Urlaubsreise mit dem eigenen Auto.

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Ausholen wie die Großen

Ausholen wie die Großen

Ganz klar: Schwere Nutzfahrzeuge mit ihrer zulässigen Gesamtlänge bis zu 18,75 m (bei überstehender Ladung bis 20,75 m) können oft gar nicht anders: Sie müssen beim Abbiegen weit ausholen, beim Rechtsabbiegen sogar oft weit in den Gegenverkehr oder einen zweiten Fahrstreifen hinein. Routinierte Autofahrer sind darauf gefasst und stellen ihre Fahrweise entsprechend darauf ein, wenn so ein Großer vor ihnen zum Abbiegen ansetzt.

Was aber, wenn plötzlich Fahrzeuge Platz zum Abbiegen beanspruchen, von denen das niemand erwartet? Offenbar gibt es Pkw-Fahrer, die zum Abbiegen grundsätzlich gern in einem weiteren Bogen fahren und meinen, auf diese Art besser um die Kurve zu kommen. Besonders, wenn sie einen Anhänger angekuppelt haben, scheint für viele ein „großzügiges“ Abbiegen selbstverständlich. – Nur für die Nachfolgenden nicht!

Das kann zu brenzligen Situationen führen. In jedem Fall stärkt es die Erkenntnis: Man muss mit allem rechnen, vor allem mit dem Fehlverhalten der anderen. Für viele Autofahrer liegt offenbar der Besuch der Fahrschule zu weit zurück oder sie haben zwar mit der Klasse B die Erlaubnis zum Mitführen von Anhängern erworben, aber keinerlei Übung. Da ist es sicherer, selbst als Fahrer die umgebenden Verkehrsteilnehmer ständig im Blick zu haben und weder mit den Gedanken abzuschweifen noch mit dem Mobiltelefon zu hantieren: Besser, man ist darauf gefasst, dass manch ein Fußgänger oder Radfahrer vielleicht noch nie in der Fahrschule war. Woher sollte er oder sie die Straßenverkehrsordnung (StVO) kennen? Beobachten Sie die anderen Fahrer, so dass Sie – wie bei diesem egozentrisch platzraubenden Abbieger – rechtzeitig reagieren können.

DiH (Redaktion)

Mit kleinen Anhängern oder sogar ohne holen manche beim Abbiegen unerwartet aus.(Klick aufs Bild startet Video)
© ARGE tp21 / DEGENER
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