Nicht für die Fahrschule, sondern fürs Leben

Nicht für die Fahrschule, sondern fürs Leben

Die wichtigsten Erkenntnisse sammeln die Menschen in ihrer Jugend, könnte man etwa das folgende Sprichwort „übersetzen“: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. – In Bezug auf die Verkehrssituation in vielen Ländern ist das gar nicht so abwegig. Während in der Fahrschule die aktuellen Verkehrs- und Verhaltensregeln frisch vermittelt werden, gibt es wenig Aussicht auf Einführung einer kontinuierlichen Weiterbildung der Verkehrsteilnehmer.
Offenbar ist die Rettungsgasse auf Autobahnen so ein Thema. Während Fahrschüler das Thema praktisch aus der Lernzeit direkt in ihre Fahrpraxis mit übernehmen, bedarf es eines enormen Werbe-Aufwands, um die Problematik Verkehrsteilnehmern zu vermitteln, die die Fahrschulzeit schon länger hinter sich haben: Video-Spots in den sozialen Netzwerken, Poster und Plakate weisen inzwischen darauf hin. Dennoch kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, besonders zu Kollisionen am Stauende. Deshalb sind Konzentration und Rücksichtnahme für Fahrende von besonderer Bedeutung, erklären die ACE-Experten: „Wer unaufmerksam fährt, reagiert langsamer. Hektische Bremsmanöver, neue Staus und schlimmstenfalls Unfälle sind die Folge.“ Ein weiteres Beispiel ist das Reißverschlussverfahren, in dem sich viele schnell benachteiligt fühlen statt das gemeinsame Vorankommen anzuerkennen, das eben nur funktioniert, wenn alle mitmachen: Das heißt, dass die Fahrzeuge auf beiden Fahrstreifen möglichst bis zur Engstelle fahren, um den Verkehrsraum optimal zu nutzen, und erst dort wechselseitig einfädeln und einfädeln lassen.
Zurück zum Beispiel „Rettungsgasse“. Hier gilt: Nicht erst daran denken, wenn es zu spät ist und der Verkehr still steht. Genügend Abstandsreserven aufbauen, denn auf dem linken Fahrstreifen nach ganz links und auf allen anderen nach rechts manövrieren kann man nur, solange der Platz vorhanden und die Fahrzeuge noch in Bewegung sind.
So sind in vielen Fällen Fahrschüler eher die Experten als die langjährigen Autofahrer: Sie können als Multiplikatoren ihrer frisch erworbenen Kenntnisse fungieren. Sicher keine leichte Aufgabe, gewiss, aber eine, die die Verkehrssicherheit erhöhen und das Selbstbewusstsein junger Menschen sogar stärken kann, sofern sie den richtigen Ton treffen und auch mit Argumenten sachlich überzeugen können. Denn nicht für die Schule lernen wir, …

DiH (Redaktion)

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StVO-Novelle, Lastenräder und Ladezonen

StVO-Novelle, Lastenräder und Ladezonen

Verkehrszeichen-Entwurf des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik (BIEK).

Verkehrszeichen-Entwurf des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik (BIEK).

Im Zuge der anstehenden, fahrradfreundlichen StVO-Novelle läuft derzeit gerade eine Bürgerbeteiligung von Seiten des Bundes-Verkehrsministeriums (BMVI). Alle Bürger sind unter https://zukunft-radverkehr.bmvi.de/bmvi/de/home aufgerufen, ihre Ideen und Anregungen zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland einzubringen. Genutzt hat die Möglichkeit zum Beispiel „Achim“, der am 23.05.2019 eingetragen hat: „1,5 m Mindestüberholabstand in die StVO schreiben und das auch kommunizieren“ (hier klicken, um den ganzen Beitrag zu lesen). Die Webseite für Anregungen steht noch bis zum 30. Juni 2019 zur Verfügung. Die Rückmeldungen sollen in die Entwicklung des neuen Nationalen Radverkehrsplans 2021 (NRVP) des Bundesverkehrsministeriums fließen, der zur Grundlage für die Förderung des Radverkehrs durch den Bund werden soll.

Im Zusammenhang mit einem größeren Freiraum für Verkehrsteilnehmer im städtischen Raum meldet sich auch der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) mit einem Vorschlag zu einer möglichen Änderung der StVO. Der Verband plädiert aus Gründen der Verkehrssicherheit für klar geregelte Ladezonen inklusive neuem Verkehrszeichen (siehe Abbildung), das diese Bereiche klar, leicht verständlich und zuverlässig absichert. Als Vorbild dienen dem Verband die Regeln zum Taxistand (Zeichen 229 StVO).

Die Vorteile einer klar geregelten Zone kämen sicher auch dem Radverkehr zugute. Denn aus Sicht des Verbandes entlasten die Ladezonen den fließenden Verkehr nicht nur von Fahrzeugen, die in 2. Reihe parken. Sie verbessern durch eine unmissverständliche, eindeutige Regelung (inklusive Sanktionen) die Sicherheit sowohl der Zusteller als auch der anderen Verkehrsteilnehmer, nicht zuletzt des Radverkehrs. Der Verband beruft sich dabei auf umfangreiche Untersuchungen: „Bereits im Jahr 2007 empfahl die Bundesanstalt für Straßenwesen in einem Forschungsvorhaben des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ein neues Verkehrszeichen »Ladezone« mit klarem Regelungsgehalt. Auch aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Ladezonen derzeit unklar geregelt sind und deshalb oft fehlgenutzt werden – allein in Köln und Leverkusen sind laut einer Studie der IHK zu Köln 81 Prozent der Ladezonen von Falschparkern belegt“ (BIEK). Solche Zustände könnten mit der neuen Regelung aus Sicht des Verbandes bald Geschichte sein.

DiH (Redaktion)

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Roller – Radler – Polizisten

Roller – Radler – Polizisten

Auf Streife mit der Fahrradstaffel der Berliner Polizei

Hier klicken zum YouTube-Video der Berliner Morgenpost.

Ob die neuen E-Scooter mit einer Reichweite von circa 20 km wirklich die Zahl der Autofahrer verringern oder nur für mehr Plätze in den öffentlichen Nahverkehrsmitteln sorgen, ist noch nicht entschieden. Sicher ist, dass viele Pendler weit größere Strecken zurücklegen und sich Wartezeiten für eine zwischenzeitliche Aufladung des Akkus derzeit kaum rechnen dürften. Dazu kommt etwa der nicht zu unterschätzende Komfort gegen Wind und Wetter  – gerade im Winter.

In Paris jedenfalls – einem „Vorreiter“ in Sachen Elektro-Scooter – sind die Flitzer laut Spiegel-Online besonders bei Touristen beliebt. Der Boom habe aber auch erste Schattenseiten gezeigt, so dass die französische Metropole inzwischen einen „Verhaltenskodex für E-Scooter“ eingeführt hat, berichtet das Magazin weiter: „Die Stadt entwickelte jetzt ein Regelwerk für die Verleiher. Bei Nichteinhaltung droht den Stehrollern das Aus.“  – Die deutschen Städte sind also vorgewarnt.

Unterdessen sprechen sich der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und die Deutsche Verkehrswacht für den Einsatz von Fahrradstaffeln der Polizei als eigenständige Organisationseinheiten nach Berliner Vorbild in allen Großstädten aus. Das Besondere daran: Die Polizisten ahnden einerseits Verkehrsdelikte anderer gegenüber Radfahrern – denn sie sind selbst auch Radfahrer und werden als solche selbst durch rücksichtslose Auto- und Lkw-Fahrer gefährdet oder durch parkende Fahrzeuge auf Radverkehrsstreifen behindert. Sie gehen andererseits aber auch gegen ungestüme Radfahrer vor, verfolgen Rot-Sünder oder Handy-Nutzer oder Radfahrer, die den Gehweg benutzen. Die Bilanz der Berliner kann sich sehen lassen: „Die Staffel hat sich in drei Jahren bewährt und für mehr regelgerechtes Verhalten, sowohl von Autofahrern als auch von Radfahrern geführt“, fasst Siegfried Brockmann die Abschlussstudie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) über die Wirksamkeit der Fahrradstaffel in Berlin zusammen: „Während des dreijährigen Untersuchungszeitraums wurden durch die Fahrradstaffel knapp 54.000 Ordnungswidrigkeiten aufgenommen.“ – Angesichts neuer Mobilitätsoffensiven könnte einer polizeilichen Fahrradstaffel nach Berliner Vorbild daher noch in einigen anderen Städten eine besondere Bedeutung zukommen.

DiH (Redaktion)

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Ampelmännchen in Bewegung

Ampelmännchen in Bewegung

Ampelmännchen des Künstlers Roman Tyc in Prag. © AMPELMANN Berlin

Ampelmännchen des Künstlers Roman Tyc in Prag. © AMPELMANN Berlin

Ampel ist eben nicht gleich Ampel. Um den Verkehr für die Fußgänger sicher zu regeln, wurde das Ampelmännchen entworfen – und das sieht nicht immer gleich aus. Um ein vereinheitlichtes Sinnbild in den EU-Mitgliedsstaaten zu etablieren, wurde das „Euromännchen“ entwickelt und in neue Ampelanlagen eingebaut. Neben diesem gibt es in Deutschland aber auch noch das „westdeutsche Ampelmännchen“ und das „Ost-Ampelmännchen“, das 1970 in der DDR eingeführt wurde – und das inzwischen wieder Ampeln in Ost- und Westdeutschland ziert. Auch ist eine Kombination von Fußgänger und Radfahrer verbreitet.

Weltweit lässt sich ein ganz breites Spektrum unterschiedlicher Ampelmännchen und auch anderer Darstellungsformen finden. So sieht man in den Vereinigten Staaten und in Kanada statt einem Männchen eine Handfläche. In Dänemark lassen sich an verschiedenen Ampeln Soldaten als Ampelmännchen finden, um an die Schlacht von Fredericia zu erinnern. In Prag ersetzte der Künstler Roman Tyc 50 der Standard-Ampelmännchen durch weibliche, angelehnte, einbeinige, trinkende und andere menschliche Regungen zeigende Variationen. Bei der Umsetzung des uns bekannten Ampelmännchens gibt es also nationale und internationale Variationen und auch manche Kuriositäten.

AnK (Redaktion)

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Selbstüberschätzung oder Leichtsinn

Selbstüberschätzung oder Leichtsinn

Zwei Räder, zwei Menschen – eine Tour. © DEGENER

Zwei Räder, zwei Menschen – eine Tour. © DEGENER

Weit abgeschlagen hinter den technischen Checks und Erneuerungsmaßnahmen, die Ausrüstung und Maschine betreffen, geben in der vom DVR beauftragten Ipsos-Umfrage demnach nur drei Prozent der Motorradfahrer an, sich selbst mit einem Fahrsicherheitstraining für die Motorradsaison fit zu machen. Genau darin sehen die Experten eine große Gefahr: „Im Winter bleibt das Bike häufig ungenutzt. Umso wichtiger ist es, sich im Frühling wieder ans Motorradfahren zu gewöhnen. Ein Fahrsicherheitstraining ist die ideale Möglichkeit dafür“, sagt Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des DVR.

Das Problem könne sich sogar verdoppeln, mahnt das Institut für Zweiradsicherheit in seinem ifz-Newsletter. Denn das schöne Wetter lockt nicht nur Solisten auf die Pisten, sondern auch solche Motorradfahrer, die ihre Touren gemeinsam mit Sozia oder Sozius planen. Wer hier keine Routine besitzt bzw. nicht im Vorfeld gemeinsam die nötige Routine trainiert, setze sich möglicherweise den klassischen „Sozius-Pannen“ aus.

In lockerer Sprache befassen sich die Autoren des Newsletters mit den häufigsten Fehlern im Zusammenspiel und geben praxisnahe Tipps zur Vorbeugung bzw. Verhinderung. Schon beim Aufsteigen oder bei Kurvenfahrten können ungeübte Beifahrer demnach für erhebliche Stabilitätsschwankungen sorgen. Auch sollte das Anfahren und Stoppen an die Doppelbesetzung des Kraftrades angepasst und eine gemeinsame Zeichensprache möglichst in Ruhe vor der Fahrt vereinbart werden. Immerhin: Bis zur Pfingst-Tour Anfang Juni bleibt noch Zeit genug, neben dem technischen Maschinen-Check auch ein paar (gemeinsame) Trainingsrunden – vielleicht sogar ein echtes Sicherheitsfahrtraining – durchzuführen. In diesem Sinne, GoodBike …

DiH (Redaktion)

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Klarer Kopf und faires Parken

Klarer Kopf und faires Parken

Frage: Beide Pkw wollen hier parken. Wer hat Vorrang? © argetp21 - Die Lösung unter CLICK & LEARN 360° online, Suche „2191“.

Frage: Beide Pkw wollen hier parken. Wer hat Vorrang? © argetp21 – Die Lösung unter CLICK & LEARN 360° online, Suche „2191“.

Gerade in deutschen Innenstädten sind Parkplätze oft heiß begehrt. Dennoch sind Autofahrer bei der Parkplatzsuche auf sich allein gestellt. Sicher, sie können ein Navigationsgerät oder verschiedene Apps zur Parkplatzsuche (und zum späteren Wiederfinden des Fahrzeugs) einsetzen, aber die Mithilfe von anderen Personen ist nicht erlaubt. Beifahrer, die etwa als Fußgänger eine Parkbucht reservieren, die für den Fahrer erst nach einem Wendemanöver erreichbar ist, qualifizieren sich zwar für den einen als gute Freunde, für das Verkehrsrecht aber begehen sie im schlimmsten Fall eine Nötigung.

Darauf weist der Kfz-Direktversicherer R+V24 hin: Nach Straßenverkehrsordnung gilt die Regel „Wer zuerst kommt, parkt zuerst“. Einem Fußgänger, der „einen Parkplatz blockiert und damit eigenmächtig ein Parkverbot ausspricht, kann dieses Verhalten als Nötigung ausgelegt werden. Es ist ebenso untersagt, einen Parkplatz mit Gegenständen zu blockieren. Im Falle einer Anzeige und Verurteilung drohen hohe Geldstrafen und Punkte in Flensburg. Darüber hinaus kann aus dem Freihalten schnell eine gefährliche Situation entstehen.“ – Insbesondere, wenn ein anderer Autofahrer in diese Parklücke fahren will. „Generell haben im öffentlichen Bereich alle Autofahrer das gleiche Anrecht auf einen Parkplatz,“ stellt Anka Jost, Kfz-Expertin bei der R+V24-Direktversicherung, fest.

Das gilt übrigens auch für kurzfristig „nötige“ Parkplatz-Sperrungen, z. B. für einen Umzug. Wer mitten in der Stadt für einen Umzug einen Parkplatz sperren möchte, sollte das nicht mit Gartenstühlen versuchen, sondern muss sich mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde in Verbindung setzen, einen Antrag stellen und gegebenenfalls die passenden Schilder zu dem Vorhaben mieten. In Hannover z. B. kann die Antragstellung auf unterschiedliche Art erfolgen: persönlich bei den Bürgerämtern oder dem Bürgerservice Bauen, bei der Straßenverkehrsbehörde per E-Mail, Fax oder schriftlich mit dem auf den Webseiten zur Verfügung gestellten Antragsformular, oder formlos. Wichtig sind diese Angaben: Vor- und Zuname, neue und alte Adresse, Telefonnummer, E-Mailadresse und Fax-Nummer (sofern vorhanden), Zweck der Halteverbotszone und dem Zeitraum, in dem das Halteverbot gelten soll, Bereich, in dem die Halteverbotszone eingerichtet werden soll, mit möglichst genauen Angaben (z. B. Straße und Hausnummer, ggf. eine Skizze). Außerdem ist es wichtig, ob bereits Haltverbote vor Ihrem Haus bestehen (Beispiel Hannover). Die zuständige Stelle prüft Ihren Antrag und erteilt gegebenenfalls eine gebührenpflichtige Genehmigung zum Aufstellen von Haltverbotschildern.

DiH (Redaktion)

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Regel, Gesetz und (Rauch-)Verbot

Regel, Gesetz und (Rauch-)Verbot

Missverständnisse und Falschanschuldigungen aus dem Weg räumen. © DEGENER

Missverständnisse und Falschanschuldigungen aus dem Weg räumen. © DEGENER

Wer sich an die Regeln hält, der muss Gesetz und Strafe nicht fürchten. So sagt man zumindest – doch kommt es leider auch im Straßenverkehr zu Fehlern und Falschanschuldigungen. Deshalb bietet der Auto Club Europa (ACE) Informationen darüber an, wie Verkehrsteilnehmer am besten vorgehen, wenn sie ihr Recht im Straßenverkehr geltend machen wollen, um gegen Falschanzeigen vorzugehen

So rät der ACE bei Strafzetteln, trotz korrekten Parkens: „Wer die Parkuhr korrekt eingestellt, beziehungsweise sein Parkticket ordnungsgemäß gelöst hat, und trotzdem einen Strafzettel kassiert, lässt am besten Beweismittel für sich sprechen: Fotos von der Situation vor Ort und Kontaktdaten von Zeugen können helfen, gegen die unbegründete Zahlungsaufforderung vorzugehen.“ Kommt Blitzerpost ohne eigene Überschreitung des Tempolimits und ist auf dem Foto ein fremdes Fahrzeug oder ein anderer Fahrer zu sehen „heißt es, zügig Einspruch einlegen, indem der Anhörungsbogen des Bußgeldbescheids an die ausstellende Behörde zurückgeschickt wird. Wer tatsächlich hinterm Steuer saß, aber zu Unrecht geblitzt wurde, kann dem ebenso widersprechen, sobald der Bußgeldbescheid vorliegt.“ Dafür bleiben zwei Wochen nach Zustellung Zeit. Bei Beschuldigungen wie unerlaubtem Entfernen vom Unfallort gilt es erst einmal, keine Aussage zu treffen und einen Fachanwalt hinzuzuziehen. Das ist im Zweifel immer ein guter Weg, denn: „Nur ein Anwalt kann Einsicht in die Akte zum jeweiligen Fall erhalten und so entscheidende Details der Vorwürfe in Erfahrung bringen“, rät ACE-Rechtsexperte Hannes Krämer.

AnK (Redaktion)

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Prima Klima und reger Radverkehr auf der Verkehrsministerkonferenz

Prima Klima und reger Radverkehr auf der Verkehrsministerkonferenz

Neuwagen ab 2030 nur noch mit alternativen Antrieben?

Die NPV setzt auf technische Lösungen wie alternative Antriebe

Nicht einzuhaltende Klimaziele, Dieselskandale und überhöhte Schadstoffwerte – die Forderungen nach einem umweltfreundlichen Umbau der Mobilität werden lauter – auch auf der der VMK: „Die Verkehrsministerkonferenz sieht die Bundesregierung in der Verantwortung, ihren internationalen und europäischen Verpflichtungen nachzukommen und ist der Auffassung, dass dies unverzügliches und entschiedenes Handeln erfordert.“
– Zum Kabinettsbeschluss der Arbeitsgemeinschaft 1 (Klimaschutz und Verkehr) der Nationale Plattform Zukunft der Mobilität3 äußerte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Holger Lösch: „Es ist gut, dass die NPM nun ihre Arbeit aufnimmt. Die Industrie setzt sich in dieser neuen Plattform für Innovationen und Wertschöpfung am Standort Deutschland ein. Für uns ist klar: Nur mit Technologieoffenheit und Marktorientierung kann der Wandel der Mobilität für alle Verkehrsträger gelingen. Wir müssen die Verbraucher von neuen Mobilitätslösungen überzeugen. Deshalb brauchen wir Anreize für Emissionsreduktionen im Verkehr und keine Vorfestlegungen auf spezifische Technologien.“ Hierbei setzt die NPM auf innovative technische Lösungen, wie die Digitalisierung der Infrastruktur oder den Einsatz modernere Antriebstechnologien und Kraftstoffarten. Für Holger Lösch steht fest: „Eine auf Angeboten und Anreizen basierende Klima- und Verkehrspolitik ist Fahrverboten und Kostentreibereien zulasten der Bevölkerung überlegen.“

1 Verkehrsministerkonferenz
2 BMVI
3 Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. NPM

AnK (Redaktion)

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Hauptuntersuchung – demnächst auch für Fahrerassistenzsysteme

Hauptuntersuchung – demnächst auch für Fahrerassistenzsysteme

Mehr Sicherheit durch regelmäßige Überprüfung, z. B. beim Notbremsassistenten. Grafik: BOSCH

Mehr Sicherheit durch regelmäßige Überprüfung, z. B. beim Notbremsassistenten. Grafik: BOSCH

Die wiederkehrende Hauptuntersuchung (Abkürzung: HU, in Österreich Begutachtung, in der Schweiz Motorfahrzeugkontrolle) soll die Vorschriftsmäßigkeit und Umweltverträglichkeit von Verkehrsmitteln sicherstellen. Deshalb wird sie regelmäßig wiederholt.

Werden dabei erhebliche oder gefährliche Mängel festgestellt, wird die Plakette erst nach erneuter Prüfung der beanstandeten Mängel erteilt. Stellen die gefährlichen Mängel eine direkte und unmittelbare Verkehrs- oder Umweltgefährdung dar, werden vorhandene Plaketten entfernt, die Benutzung untersagt bzw. das Fahrzeug stillgelegt und die Zulassungsbehörde informiert. Vor der Wiederinbetriebnahme muss dann zwingend eine Nachprüfung erfolgen.

Zu welcher Kategorie in Zukunft die Mängel an unterschiedlichen Fahrerassistenzsysteme gehören werden, hängt vermutlich von der Sicherheitsrelevanz ab. Einen ersten Schritt hin zur qualifizierten Untersuchung der Systeme macht jetzt ein gemeinsames Projekt der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und der HTW Dresden zur Prüfung von Fahrerassistenzsystemen und automatisiertem Fahren: „Entwicklung eines Messsystems für die Bewertung und Prüfung von Fahrerassistenzsystemen und automatisierten Fahrfunktionen“ nennt sich das seit Jahresbeginn 2019 laufende, zweijährige gemeinsame Entwicklungsprojekt der GTÜ und dem Lehrstuhl für Kfz-Mechatronik der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden.

Ziel ist die Prototypenerstellung auf Basis der deutschen Patentanmeldung „Testgerät für ein Fahrerassistenzsystem und Verfahren zur Durchführung einer Funktionsprüfung eines Fahrerassistenzsystems“. Nachdem mit einer durch die FSD (Fahrzeugsystemdaten GmbH) unterstützten Masterarbeit die grundlegende Funktionsweise nachgewiesen wurde, soll nun ein einsatzfähiger Prototyp insbesondere für die Homologation entwickelt werden. Markige Abkürzung des Projektes: PRUEFAF3.

1 Volkswagen fährt vollautomatisiert in Hamburg / 2 GTÜ-Mängelreport / 3 PRUEFAF

DiH (Redaktion)

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Vom Auto zum COBOT – vom Selbstfahren zum Mitfahren

Vom Auto zum COBOT – vom Selbstfahren zum Mitfahren

Der intelligente Geschwindigkeitsassistent erkennt nicht nur die Verkehrszeichen, er drosselt direkt das Tempo. © DEGENER

Der intelligente Geschwindigkeitsassistent erkennt nicht nur die Verkehrszeichen, er drosselt direkt das Tempo. © DEGENER

In der Industrie-Produktion spricht man derzeit neudeutsch von Collaborative Robots, kurz: „COBOTS“. Der Begriff bezeichnet die „Neuen Kollegen aus Stahl, kollaborative Roboter“. Die Fachleute sind überzeugt, „mit Sensoren ausgestattete Collaborative Robots eröffnen eine völlig neue Form der Zusammenarbeit“ und lassen „Mensch und Maschine zu einem Team der Spitzenklasse“ werden. Interessanterweise gilt „die Autoindustrie als Vorreiter im Einsatz kollaborativer Roboter.“ In den Produktionshallen der Fahrzeughersteller arbeiten demnach schon seit einigen Jahren Roboter an der Seite ihrer menschlichen Kollegen. Sie ersparen den Mitarbeitern „monotone und körperlich anstrengende Arbeiten“ und geben ihnen Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten. (Hannover Messe1)

Vielleicht scheint deshalb ein Vergleich der Digitalisierung im Fahrzeug aus europäischer Perspektive mit dieser industriellen Entwicklung naheliegend: Das Auto wird quasi auf seinem Weg zum autonomen Fahren zunächst zu einer Art Roboter, mit dem ich als Fahrer „im Team“ unterwegs bin.

Zumindest hat die EU beschlossen, bestimmte Assistenzsysteme als Grundausstattung für künftige Kraftfahrzeuge zu fordern. „Nach den neuen Vorschriften müssen alle Kraftfahrzeuge mit den folgenden Sicherheitsmerkmalen ausgestattet sein: Intelligenter Geschwindigkeitsassistent, Vorrichtung zum Einbau einer Alkohol-Wegfahrsperre, Fahrer-Müdigkeitserkennung und ‑Aufmerksamkeitswarnsystem, fortgeschrittene Ablenkungs­erkennung, Notbremslichter, Systeme für die Erkennung beim Rückwärtsfahren, Unfalldatenspeicher, präzise Reifendrucküberwachung.“5 Personenkraftwagen und Lieferwagen müssen zusätzlich über Notbremsassistenzsysteme, Spurhalteassistenzsysteme, erweiterte Kopfaufprallschutzbereiche verfügen und Lkw über Abbiegeassistenten und andere Systeme gegen tote Winkel.

Wenn tatsächlich alle Neufahrzeuge ab 2022-24 mit diesen Systemen ausgestattet sein sollten, müssen wohl neben neuen praktischen Trainingseinheiten zum korrekten Einsatz der Systeme bzw. zur „Kollaboration“ auch neue „Anwenderhinweise zur Bewertung der Nutzung von Fahrerassistenzsystemen und teilautomatisierten Fahrfunktionen in der Praktischen Fahrerlaubnisprüfung“6 entwickelt werden. Eine Verlängerung der praktischen Fahrausbildung könnte eine Folge sein – neben neuen Möglichkeiten, die Prüfung z. B. wegen Missachtung oder „kollaborativen Eingreifens“ der Systeme nicht zu bestehen …

Quellen: 1 Hannover Messe / 2 Wikipedia / 3 Rechtschreibduden / 4 EURO NCAP / 5 EU verschärft die Anforderungen an die Kraftfahrzeugsicherheit / 6 Anwenderhinweise zur Bewertung der Nutzung von Fahrerassistenzsystemen

DiH (Redaktion)

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